Es soll das größte Impfzentrum im Thurgau werden. Dabei wirkt es von außen maximal unscheinbar: In einer nicht mehr genutzten Produktionshalle am Stadtrand von Weinfelden entstehen momentan zehn Impfstraßen. Außerdem sollen in der Halle ein Lager für den Impfstoff und ein Impfbüro untergebracht werden.

„Es soll drei Wartezonen geben“, sagt Adriano Mari, zuständig für alle Impfzentren im Thurgau. Dort würden die Impfwilligen aufgerufen, rechnen müssten sie mit etwa fünf Minuten Wartezeit. Es sei nicht ratsam allzu früh zum Termin zu kommen, da sonst Platzprobleme beim Warten entstünden. „Dann kann im fünf-Minuten-Takt geimpft werden.“

Markus Bürgi, Abteilungsleiter Zivilschutz, erläutert den Aufbau des Impfzentrums
Markus Bürgi, Abteilungsleiter Zivilschutz, erläutert den Aufbau des Impfzentrums | Bild: Wagner, Claudia

Das Weinfelder Zentrum orientiert sich im Aufbau am Zürcher Impfzentrum, das bisher das größte in der Ostschweiz ist. Der Aufbau orientiert sich an einer später einmal möglichen Effizienz: Die Admin-Desks werden versetzt zueinander gestellt, so dass jeder einen Zugang zu einer Impfstraße erhält.

Auch in der Schweiz fehlt der Stoff

Vorerst wird es mit der Inbetriebnahme aller Impfstraßen allerdings nichts werden. Auch in der Schweiz fehlt es an Impfstoff. Aktuell wird mit Biontech/Pfizer und Moderna geimpft, für Astrazeneca gibt es in der Schweiz bisher noch keine Zulassung. Der Impfstoff von Johnson and Johnson sei noch im Zulassungsverfahren, berichtet Mari. „Es ist aber noch überhaupt nicht klar, wie viel Impfstoff da sein wird.“

Markus Bürgi, Abteilungsleiter Zivilschutz, und Adriano Mari (rechts), zuständig für die Impfzentren im Thurgau, zeigen die künftige Wartezone im Impfzentrum
Markus Bürgi, Abteilungsleiter Zivilschutz, und Adriano Mari (rechts), zuständig für die Impfzentren im Thurgau, zeigen die künftige Wartezone im Impfzentrum | Bild: Wagner, Claudia

Das soll auch die Funktion des neuen Impfzentrums sein. „Je nachdem, wie viel Impfstoff da ist, werden Impfstraßen in Betrieb genommen – oder eben noch nicht“, erläutert Mari.

Drei Zentren zum Impfen

Im Thurgau, der als Kanton in der Bevölkerungszahl in etwa dem Landkreis Konstanz entspricht, sind damit die Voraussetzungen geschaffen, dass Impfungen einigermaßen dezentral stattfinden können. Von Januar an wurde und wird im Impfzentrum Frauenfeld geimpft, bislang haben dort 22.000 Impfungen stattgefunden, wie Thomas Walliser Keel, Sprecher der Staatskanzlei Thurgau, auf Anfrage berichtet. Das Frauenfelder Zentrum hat eine Kapazität von vier Impfspuren, so könnten etwa 400 Personen pro Tag geimpft werden. Es ist im Moment täglich geöffnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Hausärzte verimpfen etwa 6000 Dosen Impfstoff

Die Hausärzte wiederum hätten etwa 6000 Dosen Impfstoff erhalten, die Zweitimpfungen seien dort aber noch im Gang, berichtet Walliser Keel. Viele Hausärzte sind bislang auch noch im Aufbau ihrer Impfstationen, bis jetzt war der Impfstoff, der an sie geliefert wird, knapp. Schließlich wird auch auf dem Impfschiff, der MS Thurgau, weiterhin geimpft, bislang sind dort 4000 Impfungen erfolgt. Im Moment liege die MS Thurgau im Hafen von Arbon, sagt Adriano Mari, die nächste Station sei wieder Romanshorn, wo das Schiff zu Beginn der Kampagne ankerte. Dort soll es nun für die Zweitimpfungen wieder andocken. „Die Impftätigkeit auf dem Schiff wird jetzt hochgefahren, man kann die Kapazitäten besser nutzen“, sagt Mari.

In diesem Konfektionsraum soll später der Impfstoff aufgezogen werden. Die Wände sind schwarz, damit besser erkennbar ist, ob eine Impfstoffdose etwa eine Verunreinigung enthält.
In diesem Konfektionsraum soll später der Impfstoff aufgezogen werden. Die Wände sind schwarz, damit besser erkennbar ist, ob eine Impfstoffdose etwa eine Verunreinigung enthält. | Bild: Wagner, Claudia
Das könnte Sie auch interessieren

Das Weinfelder Zentrum soll, sobald genügend Impfstoff da ist, so hochgefahren werden können, dass es – bei dann 14 Impfspuren – etwa 2000 Impfungen täglich ermöglicht. So weit sind aber die Schweiz und der Kanton Thurgau noch nicht. Im Moment sei es noch unklar, wie groß die Impfstofflieferung zur Inbetriebnahme sein wird, berichtet Sprecher Thomas Walliser Keel auf Anfrage. „Können zwei Impfspuren in Betrieb genommen werden, sind es rund 200 Impfungen pro Tag“, schreibt er.

So soll der Ruheraum im Impfzentrum Weinfelden aussehen. Hier bleiben die Geimpften etwa eine halbe Stunde lang.
So soll der Ruheraum im Impfzentrum Weinfelden aussehen. Hier bleiben die Geimpften etwa eine halbe Stunde lang. | Bild: Wagner, Claudia

Die Richtung aber ist klar: Ende Juni oder spätestens Juli, so das erklärte Ziel der Schweizer Bundesregierung, will man die Corona-Impfkampagne abgeschlossen haben, erklärt Adriano Mari. Pünktlich zum Sommerferienbeginn, damit Reisen wieder möglich werde.