Im Moment sei die Infektionslage entspannt – das sagt Landrat Zeno Danner in der Corona-Konferenz. Und das, obwohl der Kreis Konstanz mit Werten über 10 gerade in die Inzidenzstufe 2 gerückt ist. Allerdings sei er optimistisch, dass die 10-er-Schwelle wieder unterschritten werde und bald wieder Inzidenzstufe 1 gelte.

Im Bodenseeforum wird jetzt regelmäßig ohne Termin geimpft, auch am Wochenende.
Im Bodenseeforum wird jetzt regelmäßig ohne Termin geimpft, auch am Wochenende. | Bild: Eva Marie Stegmann

Trotzdem: Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich deutschlandweit zunehmend aus. Danner möchte deshalb den Bewohnern des Landkreises so viele Impfangebote wie möglich machen – so unkompliziert wie möglich, am besten dort, wo die Menschen ohnehin schon sind.

  • Impfaktionen vor Ort: Das KIZ Singen organisiert mit der Stadt Konstanz den „Impfsommer“: Konstanzer können sich im Moment im Bodenseeforum ohne Anmeldung unkompliziert impfen lassen. Am Wochenende seien bereits 400 Menschen geimpft worden, berichtet Jens Bittermann, Leiter des KIZ. Ähnliche Angebote sollen folgen: So findet am 6. und 7. August die Aktion „Fasnacht sticht“ im Rheintorturm Konstanz statt – Narren rufen zum Impfen auf. Ähnliche Kooperationen wird es mit der Tafel Singen, Hof Höfen, einem Ausflugsziel mit Biergarten bei Allensbach, dem Kulturprogramm Sommerwiese geben: Vor Konzertbeginn gibt‘s die Immunisierung. Ähnliches gilt für Randgebiete des Landkreises: Auch beim Promenadenkonzert in Gaienhofen am 13. August wird geimpft.
  • Weitere Werbemaßnahmen: Das Landratsamt versucht im Speziellen, Jugendliche und junge Erwachsene zu erreichen. Dazu soll ein Arzt-/Patientenforum eingerichtet werden, das Jugendliche ab 12 Jahren über die Impfung, Risiken und Nebenwirkungen informiert. Krankenhaushygieniker Stefan Bushuven wird auf Fragen antworten. Außerdem gibt es die Aktion „Fünf Freunde auf Impfmission“, die Jugendliche aufruft, vier Freunde mitzubringen. Sie werden im KIZ mit Johnson & Johnson geimpft, ein Impfstoff, der bei jungen Leuten beliebt ist, weil eine Impfung genügt.
  • Impfungen in Stadtvierteln: Geplant seien weiterhin mobile Impfaktionen in Quartieren wie etwa das Pfeiferhölzle in Konstanz, in denen die Impfbereitschaft geringer ist. „Es geht um den persönlichen Kontakt“, sagt Bittermann. Entscheidend für den Erfolg sei die Vorbereitung durch Sozialarbeiter, die aufklären. „Es ist wichtig, mit den Menschen zu reden. Das Angebot ist dann nur noch der letzte Schritt.“
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  • Impfquote: Am liebsten wäre Zeno Danner, im Kreis auf eine Impfquote von 85 Prozent zu kommen. „Das wird aber nichts, allein schon wegen des Anteils der jugendlichen Bevölkerung.“ Auch 75 Prozent seien ein ehrenwertes Ziel, sagt Danner. Dafür müssten sich fast alle Erwachsenen impfen lassen. „Das Mindestziel liegt bei 65 Prozent.“ Bisher haben 56 Prozent die erste, 46 Prozent beide Impfungen erhalten.