Während der Anstieg der Zahl der Corona-Infizierten im Kreis Konstanz kontinuierlich verläuft, haben es viele Kantone der Schweiz mit einem sprunghaften Anstieg zu tun. Wie ist die Lage in den Nachbarkantonen Thurgau und Schaffhausen und wie haben diese reagiert?

Wie haben sich die Fallzahlen im Kanton Schaffhausen entwickelt?

Die Zahl der neu Angesteckten habe sich in dieser Woche stabilisiert, heißt es im Lagebericht des Kantons zur Covid-19-Pandemie. Demnach gebe es diese Woche 239 neu Infizierte, in der Vorwoche waren es 213. Zuvor war die Zahl der Infizierten von 60 auf 213 sprunghaft angestiegen.

Wie haben sich die Fallzahlen im Thurgau entwickelt?

Der Kanton verzeichnet einen kontinuierlichen Anstieg der Infektionen. Zum 3. November etwa wurden 29 Neuansteckungen gemeldet. In den vergangenen sieben Tagen kamen 923 positiv getestete Personen hinzu. Die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner des Kantons liegt bei 380. (Zum Vergleich: Die Sieben-Tages-Inzidenz im Kreis Konstanz liegt bei 96,7).

Wo liegen in den Kantonen die Hauptquellen der Ansteckung?

Wie es im Lagebericht des Kantons Schaffhausen heißt, steckten sich die meisten Personen im familiären Umfeld an. Zehn Ansteckungen gab es in Schulen, 15 geschahen in Seniorenheimen, fünf Personen steckten sich bei der Ausübung ihres Gesundheitsberufs an, neun beim Sport oder Sportveranstaltungen. Im Thurgau erfolgten die Ansteckungen hauptsächlich innerhalb von Familienzusammenkünften.

Wie erfolgreich funktioniert die Kontaktnachverfolgung in beiden Kantonen?

Laut Lagebericht aus dem Kanton Schaffhausen funktioniere die Kontaktnachverfolgung ohne Einschränkungen. Das Team Schaffhausen beschäftige knapp 50 Personen. Im Thurgau wiederum habe man die Kontaktnachverfolgung auf die Grundfunktion reduziert, wie Miriam Hetzel vom Informationsdienst sagt. Das heißt, Kontaktpersonen von Infizierten werden benachrichtigt. Aber es sei kaum noch möglich, Ansteckungsquellen auszumachen.

Welche Maßnahmen haben Schweizer Bundesregierung und Kantone ergriffen?

Bis auf Weiteres gelten in der Schweiz seit 29. Oktober deutlichere Einschränkungen. Dazu gehört, dass Diskotheken und Clubs geschlossen bleiben, es in Restaurants eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr gibt. Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sind verboten sowie Freizeitaktivitäten (Sporttrainings etwa) mit mehr als 15 Personen. In Schulen besteht ab der Sekundarstufe eine Maskenpflicht, das gilt in den Kantonen Schaffhausen und Thurgau. In Restaurants und Geschäften gilt schweizweit die Maskenpflicht.

Wie steht es um die Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Konstanz und den Schweizer Nachbarn?

Der Landrat sowie Vertreter des Gesundheitsamts treten zu Telefonkonferenzen mit ihren Schweizer Kollegen in Kontakt. Außerdem finde ein Austausch auf Regierungsebene statt, an dem Landrat Zeno Danner teilnimmt. Beim Austausch der Gesundheitsämter gehe es um praktische Angelegenheiten. Themen sind unter anderem, wie lang die Quarantäne sinnvollerweise dauern sollte oder die Erfahrungen der Schweizer, deren Schulen schneller wieder in Betrieb genommen wurden.

Ist eine Grenzschließung wahrscheinlich?

Daran glaubt Zeno Danner nicht. Es sei auch nicht geplant, die Einhaltung der 24-Stunden-Regelung schärfer zu kontrollieren. Offiziell dürfen Bewohner des Grenzlandkreises Konstanz für 24 Stunden in den Thurgau oder in den Kanton Schaffhausen einreisen, ohne in Quarantäne zu müssen.