Etwa 800 Kilometer lang ist das extra für Radfahrer angelegte beziehungsweise gut für sie nutzbare Wegenetz im Landkreis Konstanz – und nicht nur in den Frühjahrs- und Sommermonaten herrscht dort meist reger Betrieb.

Trotzdem hofft Claudia Bierbaum, Radverkehrskoordinatorin im Landratsamt und selbst passionierte Radfahrerin, dass zwischen 20. September und 10. Oktober 2020 noch mehr Menschen als sonst in die Pedale treten. Denn dann nimmt der Landkreis erstmals am bundesweiten Stadtradeln teil. So wie übers Jahr verteilt mehr als 1000 andere Kommunen.

Drei Kommunen schon dabei

Die Städte und Gemeinden in der Region sollen dabei mit ins Boot (oder besser in den Sattel) geholt werden. Sie können sich über den Landkreis kostenfrei für den Wettbewerb anmelden – und damit selbst zur Teilnehmerkommune werden. Singen, wo bereits seit 2017 stadtgeradelt wird, Rielasingen-Worblingen und Konstanz machen mit.

Doch bei diesen drei Kommunen soll es nicht bleiben. „Vor Kurzem haben wir Schreiben an alle rausgeschickt, um für die Aktion zu werben“, sagt die Koordinatorin.

Ziel des Stadtradelns ist es, innerhalb von 21 Tagen möglichst viele Alltags- und Freizeitwege mit dem Fahrrad zurückzulegen und durch den Verzicht aufs Auto die Umwelt zu entlasten. Die Kilometer werden in virtuellen Teams im Stadradeln-Portal im Internet gesammelt.

Am Ende zählt nicht nur das durchs Radfahren eingesparte Kohlendioxid, das den Radelnden in ihrer Bilanz angezeigt wird, sondern auch der Kilometervergleich: Welches Team im Landkreis hat die längste Strecke zurückgelegt, welches den besten Kilometerwert pro Kopf? Wer war der fleißigste Radler? Welcher Landkreis, welche Stadt und Gemeinde ist in Sachen Radfahren in Deutschland ganz vorn dabei?

Landrat Zeno Danner jedenfalls hofft auf ein gutes Ergebnis der Landkreisradler. „Die Teilnahme stärkt auch den Teamgeist“, findet er, „denn obwohl jede und jeder für sich fährt, zählt am Ende die Gemeinschaftsleistung.“

Konkurrenz für den Landkreis gibt es übrigens gleich in der Nachbarschaft. Der Bodenseekreis hat sich 2018 erstmals am Stadtradeln beteiligt. 2019 verbuchte er nach Angaben des dortigen Radverkehrsverantwortlichen Stefan Haufs mit 136 teilnehmenden Teams 389.149 Radkilometer, durch die 55.259,4 Kilogramm Kohlendioxid eingespart wurden.

Sieger in der Kategorie, in der nun auch der Landkreis Konstanz antritt, war im Vorjahr der Kreis Steinfurt im Norden von Nordrhein-Westfalen mit 1.266.230 Kilometern.

Pedelecs, bei denen man noch selbst in die Pedale treten muss, sind beim Stadtradeln erlaubt.
Pedelecs, bei denen man noch selbst in die Pedale treten muss, sind beim Stadtradeln erlaubt. | Bild: Alexander Rochau/AdobeStock

Normalerweise unterbreiten die örtlichen Akteure zusätzliche Angebote, um die Radl-Lust im jeweiligen Aktionszeitraum anzuheizen. Dieses Jahr ist das aber schwierig. Fest steht: Der Landkreis Konstanz will seine Einwohner im Herbst parallel zum Stadtradeln zur Radschnitzeljagd einladen.

Radverkehrskoordinatorin Claudia Bierbaum ist selbst gespannt, was darüber hinaus noch möglich sein wird: „Die genaue Ausgestaltung des Stadtradelns kann derzeit leider nicht mitgeteilt werden, da das im Zeichen der Entwicklung von Corona steht.“

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