Die Corona-Pandemie setzt dem Handel und den Tourismusbetrieben weiter zu. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein-Bodensee. Rund 200 Betriebe haben laut einer Pressemitteilung an der Umfrage teilgenommen. Das Stimmungsbild unter den Teilnehmern ist düster. „Die Umfrage bestätigt: Um die Betriebe steht es schlecht“, wird Alexander Vatovac, Geschäftsführer für Existenzgründung und Unternehmensförderung der IHK Hochrhein-Bodensee, in der Pressemitteilung zitiert.

Bild: Schönlein, Ute

IHK befürchtet Insolvenzwelle

Über 60 Prozent der befragten Betriebe aus den Bereichen Handel, Gastronomie, Tourismus, Dienstleistungen und Veranstaltungen bezeichnen ihre derzeitige Lage als schlecht bis sehr schlecht. Viele Betriebe könnten zwar nicht öffnen, doch die üblichen Ausgaben blieben bestehen.

So behaupten zum Beispiel 178 Betriebe, dass die Miete oder Pacht für ihre Geschäfte nicht gesunken seien. „Wir fürchten eine Insolvenzwelle, wenn die Insolvenzanmeldepflicht wieder in Kraft tritt“, sagt Vatovac. Ein erster Indikator dafür sei die Arbeitslosenstatistik im Gastgewerbe für den Zeitraum April bis Oktober 2020. Dort gebe es einen Anstieg von 37,2 Prozent.

Preiserhöhungen für Produkte nicht ausgeschlossen

Untätig seien die Betriebe aber nicht gewesen. Rund die Hälfte der Befragten hätten im vergangenen Jahr mehr Geld und Aktivitäten in ihre Online-Sichtbarkeit investiert. Das Angebot Click&Collect oder der Ausbau eines Online-Shops habe einigen Betrieben etwas geholfen. Laut Umfrage wollen auch 2021 rund 35 Prozent der befragten Betriebe diese Angebote verstärkt ausbauen.

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„Auch über das Thema Preiserhöhungen wurde nachgedacht. Viele werden dazu gezwungen sein“, sagt Vatovac, ergänzt aber auch, dass dies nicht einfach sei. Man müsse schließlich konkurrenzfähig bleiben. Optimistisch blicken die Befragten allerdings nicht in die nähere Zukunft. „Die Betriebe rechnen mehr oder weniger mit einer gleichbleibenden oder sogar mit einer leicht schlechteren Situation“, so Vatovac.