Die Sieben-Tags-Inzidenz im Kreis Konstanz hat sich so entwickelt, dass auch die Verantwortlichen im Landratsamt Zeichen einer Entspannung erkennen. Ab Donnerstag, 13. Mai, werden die Regelungen der Bundesnotbremse aufgehoben, die Ausgangssperre und diverse Kontaktbeschränkungen gelten ab diesem Zeitpunkt nicht mehr.

Landesverordnung soll verändert werden

Dass dies auf ein Ende der Corona-Beschränkungen oder auch der ständig wechselnden Landes-, Bundes- und Kreisverordnungen hindeuten könnte, diese Hoffnung wollte Philipp Gärtner, erster Landesbeamter, in der wöchentlichen Corona-Konferenz gar nicht erst wecken. Er kündigte an, dass noch in dieser Woche die jetzt gültige Landesverordnung geändert werden solle, und auch der Bund habe Änderungen angekündigt. Möglich seien damit aber auch weitere Lockerungen: Auf Landesebene werde über eine Öffnung der Außengastronomie nachgedacht. Bürger müssten allerdings mit erweiterten Testpflichten rechnen – auch in Bereichen, die bisher noch von einer Pflicht befreit sind.

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Philipp Gärtner appellierte außerdem an die Bürger, die Pandemie weiterhin ernst zu nehmen und „wachsam zu bleiben“, um zu verhindern, dass die Zahl der Infizierten gleich wieder steige.

Das Alkoholverbot ist aufgehoben

Das Alkoholverbot, das an verschiedenen öffentlichen Plätzen, unter anderem am Seeufer in Konstanz und Radolfzell, galt, ist am Dienstag aufgehoben worden. Landrat Danner hatte bereits vor längerer Zeit gesagt, dass das Verbot bei einer Inzidenz unter 100 nicht mehr verhältnismäßig sei.

Wie ist die Lage an den Kliniken?

„Der Druck lässt etwas nach“, sagt Markus Schuchmann, Ärztlicher Direktor am Konstanzer Krankenhaus. Im Moment würden dort zehn Covid-19-Patienten behandelt, drei auf der Intensivstation, zwei davon werden invasiv beatmet. „Trotzdem sind Normal- und Intensivstation sehr voll, mit anderen Patienten. Die Belastung bleibt hoch.“ Frank Hinder, Schuchmanns Kollege aus den Kliniken Singen und Radolfzell, bestätigt dies. Auf der Allgemeinstation sei die Entlastung bereits jetzt spürbar. In Radolfzell seien zwölf, in Singen 23 Covid-19-Patienten aufgenommen.

Auf der Intensivstation dominiert Covid-19 noch

In Singen lägen zehn auf der Intensivstation, sechs würden beatmet, in Radolfzell sind neun Personen auf der Allgemein-, zwei auf der Intensivstation. „Dort dominiert das Thema Covid-19 noch.“ In den kommenden Tagen stehen am Gesundheitsverbund Hegau-Bodensee die Zweitimpfungen des Klinikpersonals an. Das betreffe etwa 1200 Personen, sagt Frank Hinder.

Bürger lassen sich öfter testen

Eine Auswertung des Testwochenendes und der Tests danach habe ergeben, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung, sich testen zu lassen, nach dem Wochenende gestiegen sei. Damit sei ein Ziel der kreisweiten Testaktion erreicht worden, bilanziert Philipp Gärtner.