Michael Müller ist noch ganz beseelt von dieser Reise. Eigentlich ist das LKW-Fahren für ihn Alltag, er hat eine eigene Spedition und fährt normalerweise Strecken in Deutschland und der Schweiz. Vor etwa zwei Wochen sprach ihn Achim Schächtle, Inhaber des gleichnamigen Handwerksbetriebs, an, ob er Fahrer für einen Hilfstransport in die Ukraine sein könne. Micha Müller konnte.

1650 Kilometer für die Hinfahrt, das sei schon eine Strecke gewesen, sagt er. 37 Stunden seien sie gefahren, die Fahrer hätten sich ordnungsgemäß abgewechselt. Das Besondere an diesem Transport? „Spaß hat es mir gemacht, mal woanders unterwegs zu sein – und den Konvoi anzuführen“, sagt Müller und grinst. Die Stimmung sei sehr herzlich gewesen, lockerer, man kam intensiver ins Gespräch miteinander. Es hilft, wenn man für andere etwas tut.

Den Hilfstransport hatte Alina Brenneisen, gebürtige Ostukrainerin und heutige Radolfzellerin, organisiert. Ihr war es wichtig, etwas für ihre Landsleute zu tun und sie hatte große Unterstützung. „Unser Logistiker kontaktierte Partner-Hilfsorganisationen in der Ukraine, so dass diese die gespendeten Güter an der Grenze übernehmen konnten“, berichtet Brenneisen.

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Im Moment fahren Hilfstransporte nur bis zur Grenze, in diesem Fall bis Zgorzelec (Görlitz). Von dort übernehmen ukrainische Organisationen, die Hilfsorganisation Tschaika (Möwe) und Kulturna Stolica (kulturelle Hauptstadt) hätten die Waren abgeholt und weiter verteilt.

Adeline Rommel vom Helferteam betont: „Wir haben spezielles medizinisches Material gesammelt und uns dabei von Medizinern, Apothekern, auch einem Militärarzt beraten lassen.“ Ein Teil des Materials sei erst jetzt von einem Malteser-Transport mitgenommen worden.

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Die Organisatoren waren neugierig, wo ihre Hilfe ankommt. Sie legten Zettel auf russisch bei mit der Bitte, per Mail zu antworten, um zu erfahren, in welchen Flüchtlingslagern oder Krankenhäusern die Dinge ankamen und genutzt werden.

In erster Linie freut sich Alina Brenneisen aber riesig über die vielen Unterstützer, Helfer und Spender, auf die sie im Kreis Konstanz setzen konnte: „Manche kamen, halfen drei Stunden und gingen wieder. Andere spendeten größere Summen ohne jeden persönlichen Dank zu erwarten“, sagt sie und formuliert ihrerseits den Dank. Der große Zusammenhalt hat in diesen Tagen allen gutgetan. Brenneisen will nicht ausschließen, dass es einen erneuten Transport geben wird.