Die Haare wehen im Wind. Die Luft ist wohltuend. Die Aussicht von der Fahrradbücke in Konstanz am frühen Morgen zaubert fast jedem Radler ein Lächeln aufs Gesicht. Wen wundert es also, dass die Fahrradbrücke mit ein Grund dafür ist, dass die Stadt Konstanz vom Land Baden-Württemberg die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune“ erhalten hat.

Sie ist zudem die erste Stadt, die den Silberstatus bekommen hat. Laut einer Pressemitteilung des Verkehrsministeriums in Stuttgart habe Konstanz den Radverkehrsanteil bei Wegen innerhalb der Stadt von 24 Prozent (2007) auf 34 Prozent (2018) erhöhen können.

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Hier hat es beim Linksabbiegen von der Fahrradbrücke in den Park geknallt. Das Mädchen kam von der Brücke, der 25-Jährige fuhr in ...
Hier hat es beim Linksabbiegen von der Fahrradbrücke in den Park geknallt. Das Mädchen kam von der Brücke, der 25-Jährige fuhr in Blickrichtung des Bildes. (Archivbild) | Bild: Sven Frommhold

Doch nicht nur Konstanz kann sich mit der Auszeichnung rühmen. Auch die Stadt Singen ist vom Verkehrsministerium ausgezeichnet worden. Sie erhält den Bronzestatus. Staatssekretärin Elke Zimmer begründet die Entscheidung: „Auch die lange Zeit stark vom Auto geprägte Stadt Singen unternimmt große Anstrengungen für einen attraktiven Radverkehr.“

Die Stadt Singen zeige, dass es keine lange Fahrradtradition brauche, um die Infrastruktur für Radfahrer erfolgreich zu verbessern. Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler betont: „Am größten Nadelöhr für Radfahrerinnen und Radfahrer am Rande der Innenstadt werden wir in einer mehrmonatigen Testphase mit einer PopUp-Maßnahme die Verkehrssicherheit verbessern.“

Jeden Tag nutzten mehrere tausend Radler die Fahrradbrücke in Konstanz mit ihrem Blick auf den Seerhein.
Jeden Tag nutzten mehrere tausend Radler die Fahrradbrücke in Konstanz mit ihrem Blick auf den Seerhein. | Bild: Lukas Ondreka

Die Staatssekretärin Zimmer sieht Konstanz und Singen als Modellstädte an. „Wenn noch mehr Landkreise und Städte diesen Vorbildern folgen, erreichen wir unser Landesziel, den Radverkehrsanteil bis 2030 auf 20 Prozent zu verdoppeln“, sagt sie.

An diesem Ziel möchte auch der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt arbeiten. „2035 möchten wir als Stadt weitgehend klimaneutral sein. Um das zu schaffen, müssen wir weiter an der Verkehrswende arbeiten – und da ist das Fahrrad eben eine ganz zentrale Säule,“ wird er zitiert.

Die Stadt Singen will nachrüsten. Zwei neue Fahrradstraßen sollen eingerichtet werden. Zum einen in der Julius-Bührer-Straße (Zentrum in ...
Die Stadt Singen will nachrüsten. Zwei neue Fahrradstraßen sollen eingerichtet werden. Zum einen in der Julius-Bührer-Straße (Zentrum in die Südstadt), zum anderen in der Schaffhauser Straße über die Roseneggstraße und die Schlachthausstraße bis zur Hauptstraße (Zentrum zur Weststadt). | Bild: Matthias Güntert

Auch die Grünen-Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger freut sich über die Auszeichnung ihrer Heimatstadt Singen.

„Um die wichtige Mobilitätswende erfolgreich zu meistern, braucht es Tatkraft auf allen Ebenen. Die Verbesserung der Radwegeinfrastruktur ist hierbei ein wichtiger Baustein. Da ich selbst regelmäßig in Singen mit dem Fahrrad unterwegs bin, freuen mich die Anstrengungen der Stadt und die verdiente Auszeichnung des Landes umso mehr“, schreibt die Abgeordnete in einer Pressemitteilung.

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Mit dem Zertifikat „Fahrradfreundliche Kommune“ werden seit 2011 Städte, Gemeinden und Landkreise ausgezeichnet.

Als Fahrradfreundliche Städte sind momentan in Baden-Württemberg Freiburg, Karlsruhe, Offenburg, Heidelberg, Kirchheim unter Teck, Mannheim und Heilbronn ausgezeichnet. Seit 2020 erfolgt die Vergabe im Gold-, Silber- oder Bronze-Status.