Klein Venedig ist für zwei Tage Schweizer Staatsgebiet. Unser Nachbarland ertrinkt im Hochwasser. So sieht es die Regieanweisung für eine gemeinsame Großübung von Technischem Hilfswerk (THW) und Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vor. Schließlich soll der Auslandseinsatz mit dem Modul für Hochwasserrettung mittels Booten (“Flood Rescue using Boats“, FRB) mit all seinen Erschwernissen und Beschränkungen geprobt werden. Am Donnerstag (28. April) absolvierten THW und DLRG Teil 1 einer Großübung, am Freitag soll auf dem Wasser Teil 2 folgen.

Die DLRG-Helfer David Grasmann aus Nürnberg und Carsten Küpker aus Langenhagen bei Hannover bringen am Konstanzer Klein Venedig ein ...
Die DLRG-Helfer David Grasmann aus Nürnberg und Carsten Küpker aus Langenhagen bei Hannover bringen am Konstanzer Klein Venedig ein Rettungsboot zu Wasser. Bild: Nikolaj Schutzbach | Bild: Nikolaj Schutzbach

Rund 150 Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet widmeten sich den verschiedenen Einsatzgeschehnissen, wie sie bei einer weiträumigen Überschwemmung – wie hier angenommen in der Schweiz – vorkommen kann.

Villa Prym als Einsatzzentrale

Als Einsätze eingeübt wurden unter anderem die Rettung eines Rollstuhlfahrers aus dem überschwemmten, ehemaligen Dorfkrug im Industriegebiet – heute Sitz der Wasserschutzpolizei –, die Evakuierung eines verunglückten Fahrgastschiffes mit mehreren Verletzten und dessen anschließender Bergung, die Bekämpfung eines Gebäudebrandes am Seeufer und der Transport einer größeren Menge Sandsäcke. Ein komplexes Übungsszenario also.

Die Übungsleitung nutzt die Räume der Stiftung Wasserrettung Bodensee in der Villa Prym. Nebendran hat das THW seine Führungsstelle aufgebaut, die mit Helfern der DLRG und des THW besetzt ist.

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„Ich finde es wichtig, dass dies ein gemeinsames Projekt ist. Ich bin stolz darauf“, erklärte DLRG-Präsidentin Ute Voigt gestern am Rande der Übung. „Wir müssen Rückstände aufholen“, verwies THW-Präsident Gerd Friedsam auf einen Bedarf im Katastrophenschutz. Johann Saathoff, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, betonte, dass in den unbeständigen Zeiten eine ständige Einsatzbereitschaft gegeben sein müsse. Er war selbst vor Ort und beobachtete gestern die Übung aus direkter Nähe von einem der DLRG-Rettungsboote aus.