Es ist Zeit, Geschichte zu schreiben. Das findet Manuel Oestringer von Fridays for Future (FFF). Der 25-jährige Chemiestudent aus Konstanz steht am Rednerpult im Konstanzer Konzil. Vor ihm rund 70 Kreisräte, die an der Kreistagssitzung teilnehmen. Auf der Tagesordnung steht der umfangreiche Forderungskatalog der FFF. Voll gespickt mit Vorschlägen, wie man die Zukunft im Landkreis Konstanz klimafreundlicher gestalten könnte. Dafür möchte Oestringer seine Zuhörer motivieren.

Starkregen, Flut, Tote

„Ich glaube, die Ereignisse der letzten Wochen haben uns allen sehr deutlich in Erinnerung gerufen, worum es eigentlich geht. Allein in Deutschland sind durch den extremen Starkregen mehr als 100 Menschen gestorben. Und wenn wir den Blick heben, sehen wir in anderen Teilen der Welt ein ganz ähnliches Bild“, sagt Oestringer zur Einleitung. „Wenn wir weiterhin so ein bisschen Klimaschutz betreiben, dann werden wir gegen Ende des Jahrhunderts drei bis vier Grad mehr auf dem Planeten haben. Und das wäre ein komplett anderer Planet“, zeichnet Oestringer den Lauf der Geschichte weiter. Bei diesem Passus wird Michael Hug, AfD, skeptisch und murmelt an seinem Platz vor sich hin: „Ja, ja.“

Gute Nachrichten: Erwärmung ist noch zu stoppen

Aber es gebe auch gute Nachrichten, will Oestringer den Kreisräten vermitteln: „Wenn wir uns sehr anstrengen, dann können wir die Temperatur bei 1,5 Grad stoppen.“ Noch habe man die historische Chance, die Weichen für künftige Generationen zu stellen und „die Weltgeschichte zu ändern. Ich wünsche Ihnen Kraft und Mut die Chance zu nutzen“, schließt der 25-Jährige seine Rede ab.

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Michael Hug mag die Argumente nicht

Nach der Rede meldet sich Hug zu Wort. Ihm seien einige Widersprüche in dem Forderungskatalog aufgefallen. „Einige Ideen sind sicherlich erwähnenswert“, so Hug. Der Umbau der Wälder zu Mischwäldern, wie von den FFF gefordert, befürworte er. Dass es dann weniger Holzschlag geben sollte und gleichzeitig ein überwiegender Holzbau bei Neubauten gefordert werde, da frage er sich: Woher soll dann das Holz kommen?

AfD will keinen „Kniefall“ machen

Man müsse das Papier der FFF differenziert betrachten und nicht „den Kniefall machen und sagen: Wir sind alle böse Umweltsünder.“ Landrat Zeno Danner nimmt diese Bild nochmal auf. „Wir machen keinen Kniefall, sondern führen eine offene Diskussion.“ Bernd Häusler, CDU, bedankt sich zunächst bei den FFF: „Herzlichen Dank an Fridays for Future in Konstanz für ihr Engagement, um uns in die Köpfe zu rufen, das Thema Klimaschutz auch wirklich ernst zu nehmen.“