Mehr Frauen in Spitzenpositionen: In der CDU soll es erstmals eine verbindliche Frauenquote für die Besetzung von Parteiämtern geben. Ab kommendem Jahr soll für Vorstandsämter ab der Kreisebene eine Frauenquote von 30 Prozent gelten. Ab 2023 sollen es 40 Prozent sein, ab 2025 dann 50 Prozent. Aber ist das auf Kreisebene machbar?

Kreisverband der CDU wünscht sich mehr Frauen

Willi Streit, Kreisvorsitzender der CDU im Landkreis Konstanz, findet die Entscheidung der Mutterpartei in Berlin gut. „Ich bin ein Befürworter von Frauen in Spitzenämtern“, sagt er. Allerdings hegt er Zweifel, ob eine Quote das richtige Instrument dazu sei. „Wir haben auf Kreisebene versucht, Frauen in Spitzenämter zu bringen. Leider nicht mit dem Erfolg, wie gewünscht“, sagt er. Das habe vielfältige Gründe, wie zum Beispiel Familie und Beruf.

Willi Streit
Willi Streit | Bild: SK

Die Quote noch nicht ganz erreicht hat die SPD

Seit Jahren sei die Gleichstellung der Frau in der Politik eine Herzensangelegenheit der SPD, sagt Winfried Kropp vom Kreisverband der SPD. „Ich verstehe gar nicht, warum andere Parteien solange für diese Entscheidung brauchen“, erklärt er. Aber er gibt zu: „Im Kreisvorstand erreichen wir nicht ganz die Quote.“ Aber er wünscht sich, dass sich das bald ändert.

Winfried Kropp
Winfried Kropp | Bild: SK

Bei den Grünen im Kreisverband sind schon 50 Prozent Frauen im Vorstand

Im Kreisvorstand der Grünen sind bereits jetzt schon 50 Prozent der Vorsitzenden Frauen. Für Tina Eikmann, Kreisgeschäftsführerin der Grünen in Konstanz, eine Selbstverständlichkeit. Sie findet die Quote daher gut. „Frauen bilden 50 der Gesellschaft ab. Sie sollten politisch mitwirken. Wenn es nur über eine Quote geht, dann ist das so“, findet sie.

Tina Eikmann
Tina Eikmann | Bild: SK

Frauenförderung ist ein Dauerthema – auch für die FDP

Ähnlich sieht das auch Birgit Homburger. Sie ist die Kreisvorsitzende der FDP. Frauenförderung sei schon lange ein Dauerthema. „Ich wünsche mir mehr Selbstbewusstsein, Initiative und vor allem Mut von Frauen, entsprechende Positionen, auch mit öffentlicher Aufmerksamkeit zu übernehmen, wenn sie gefragt werden. Noch besser ist, selbst aktiv werden“, sagt sie. Deshalb freut sie es, dass vier von fünf FDP-Ortsvorsitzenden im Landkreis Konstanz Frauen sind.

Birgit Homburger.FDP Foto:Laurence Chaperon
Birgit Homburger.FDP | Bild: Laurence Chaperon

Es braucht auch einen Kulturwandel – meint die Linke

Eine Frauenquote sei dringend nötig, findet auch Sibylle Röth vom Kreisvorstand der Linken. Sie sagt: „Die Entscheidung der CDU ist begrüßenswert.“ Und weiter: „Wir brauchen Quoten von oben und einen Kulturwandel von unten.“ Auch in ihrer Partei wünsche sie sich mehr politisch aktive Frauen.

Sibylle Röth
Sibylle Röth | Bild: SK

Frauenquoten sind feministische Ideologie – findet die AfD

Komplett gegen eine Frauenquote ist die AfD. „Wir lehnen Quoten ab – von vorne herein“, Andrea Zürcher, vom Kreisverband der AfD. Es widerspreche dem Demokratieprinzip. „Jeder muss mit Leistung glänzen. Eine Frauenquote ist für uns eine feministische Ideologie“, sagt sie. Sie ist die einzige Frau im Kreisvorstand der AfD im Landkreis Konstanz. Doch auch sie wünscht sich weibliche Verstärkung. „Es wäre schön, wenn mehr Frauen in die Politik gehen würden“, sagt sie.