Der Sommer ist da, die Kleidung wird legerer. „Das bedeutet aber nicht, dass wir in unserem Verhalten legerer werden sollten“, sagt der Konstanzer Landrat Zeno Danner bei einer Corona-Konferenz am Dienstagmorgen. Denn: „Wir haben relativ schnell ansteigende Fallzahlen im Landkreis Konstanz„, sagt Danner. Jetzt müsse man wachsam sein und sich wieder gewissenhafter an die Hygiene- und Abstandsregeln halten.

Wie viele Menschen sind infiziert?

Laut dem Konstanzer Gesundheitsamt gibt es derzeit 33 Personen im Kreis Konstanz, bei denen sich ein Corona-Verdacht durch einen Abstrich bestätigt hat. Insgesamt seien im Kreis 142 Personen in Quarantäne. Dabei handelt es sich um Kontaktpersonen Gruppe 1 (Personen, die keinen Test gemacht haben, aber unmittelbaren Kontakt zu einem positiv Getesteten hatten).

Die 33 Infizierten sind in Isolation. Leider gibt es einen weiteren Todesfall zu beklagen. „Es ist ein Fall, der schwer krank ins Krankenhaus eingeliefert wurde und dort zusätzlich als Corona-positiv identifiziert wurde“, sagt Danner. Bei dem Verstorbenen handele es sich um einen Senior. Damit steigt die Zahl der Todesfälle auf 16.

Zu Demonstrationszwecken entnimmt eine Mitarbeiterin der Firma Centogene einer Kollegin einen Rachenabstrich.
Zu Demonstrationszwecken entnimmt eine Mitarbeiterin der Firma Centogene einer Kollegin einen Rachenabstrich. | Bild: Boris Roessler

Wo gibt es die meisten Erkrankten?

Momentan sind in der Stadt Konstanz etwa 30 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden. Die meisten der Erkrankten seien Reiserückkehrer aus dem Balkan, wie Danner bestätigt. „Aber nicht ausschließlich.“

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Wer ist betroffen?

Häufig sind Erwachsene erkrankt, die Kinder haben. Ist ein Elternteil erkrankt, müssen meist auch die Angehörigen, die im gleichen Haushalt leben, unter Quarantäne. Und daran hänge dann der Rattenschwanz Kita, Kindergarten und Schule. „Gefühlt sind daher momentan mehr Kinder betroffen. Aber die sind nicht unsere Quelle per se“, sagt Weber. Kinder seien so in den Fokus geraten, weil sie Kontaktpersonen der Erwachsenen seien und in diesem Rahmen auch positiv getestet wurden.

Was ist der Unterschied zwischen Quarantäne und Isolation?

Laut der Ärztin Marie-Luise Weber unterscheiden die Mediziner zwischen diesen beiden Begriffen. „Quarantäne ist eine Vorsorge-Maßnahme. Das heißt: Wir schicken jemanden in Quarantäne, wenn diese Person Kontakt zu jemandem hatte, der nachweislich infektiös ist, und wir erwarten müssen, dass die Kontaktperson auch infektiös wird“, erklärt die Ärztin. Die Quarantäne dauert 14 Tage. Gezählt werde ab dem letzten Kontakttag mit dem Infizierten.

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„Die Isolation blüht dem Erkrankten“, sagt Weber. Diese Person muss zehn Tage in Isolation gehen. Die Isolation endet, wenn der Patient die letzten zwei Tage keine Symptome mehr aufzeige. Wenn das nicht der Fall ist, wird die Isolation verlängert.

Wie funktioniert die Kontaktverfolgung?

75 Mitarbeiter hat das Gesundheitsamt ausgebildet, um die Kontaktverfolgung vornehmen zu können. Diese lassen sich von den positiv Getesteten alle Namen von Personen geben, zu dem er in den vergangenen zwei Tagen vor dem Corona-Test im engen Kontakt stand. „Jeder Fall ist ansteckend zwei Tage bevor er selber Symptome hat“, sagt Weber.

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Schwierig werde es, wenn der Infizierte keine Symptome habe. Dann könne man nicht sagen, wann dieser positiv wurde. Auch in diesen Fällen gibt das Robert-Koch-Institut die Zwei-Tages-Regel als Empfehlung für die Kontaktverfolgung an. „Aber wir gehen auch mal über die Zwei-Tages-Regel hinaus, vor allem wenn es um Betroffene in Kitas geht“, sagt Weber. Nur um auf Nummer sicher zu gehen.