Hans-Joachim Horn ist derzeit ein gefragter Mann. Für die Energieagentur Kreis Konstanz berät er Menschen, die den Energieverbrauch in ihren vier Wänden senken wollen oder die die Möglichkeit haben, ihren Verbrauch etwa durch den Einbau einer Wärmepumpe dauerhaft zu senken.

Im Moment ist es schwierig, noch einen Beratungstermin zu bekommen: Jetzt wollen schließlich alle sparen. Dennoch bietet die Energieagentur diesen Winter, sobald es kalt wird, weiterhin Heizchecks an. Interessenten können sich um Termine bewerben.

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Es ist der Energieberater der „kleinen Leute“

Christoph Krüßmann berät im Auftrag der Caritas Menschen in Energiefragen, deren Budget knapp ist. „Auf unseren Service dürfen alle Haushalte zurückgreifen, die im Besitz eines Sozialpasses sind“, erläutert Krüßmann. In der Beratungsstelle beschäftigt er drei Stromsparhelfer, die in die jeweiligen Haushalte gehen und die Bewohner schulen. „Im ersten Termin sehen wir die Strom- und Nebenkostenrechnung (Heizkosten und Warmwasser) an“, erläutert Krüßmann das Vorgehen.

Christoph Krüßmann ist Energieberater bei der Caritas. Ihm ist es wichtig, dass seine Kunden über ihren Verbrauch Bescheid wissen ...
Christoph Krüßmann ist Energieberater bei der Caritas. Ihm ist es wichtig, dass seine Kunden über ihren Verbrauch Bescheid wissen – und dass sie wissen, wo sie Unterstützung bekommen. | Bild: Hanser, Oliver

Die Menschen sollen wissen, wie viel sie zahlen und wofür. Bei einem zweiten Termin würden Geräte ausgetauscht, die zu viel verbrauchen: LED-Lampen ersetzten Energiesparlampen, die Haushalte werden mit Zugluftstoppern ausgestattet, für den Ersatz eines ineffizienten Kühlschranks gibt es gegebenenfalls Zuschuss-Gutscheine.

Diese Tipps geben die beiden Energieberater

  • Was kann ich direkt in meinen Wohnräumen verändern? Energieberater Hans-Joachim Horn empfiehlt, den Regler des Heizkörpers auf eine möglichst niedrige Zahl zu stellen. „Je niedriger, desto mehr sparen wir“, sagt Horn. Er empfehle außerdem, einen Raum auszuwählen, in dem die Familie sich hauptsächlich aufhalte – und der dann geheizt werde. Die Türen zu den anderen Räumen hin sind dann aber zu schließen.
  • So lüftet man richtig: Das Lüften sollte regelmäßig erfolgen, das bedeutet mehrmals täglich. „Mehr als drei bis fünf Minuten müssen nicht sein. Sinnvoll ist, einander gegenüberliegende Fenster zu öffnen“, sagt Horn. Wenn sich Kondenswasser an den Scheiben gebildet hat, sollte man lüften, bis die Scheiben abgetrocknet sind.
    Auch Christoph Krüßmann warnt: Wenn Haushalte nun beim Heizen sparten, werde das Lüften umso wichtiger. „Sobald die Feuchtigkeit an den Wänden kondensiert und die Luftfeuchtigkeit steigt, steigt die Schimmelgefahr drastisch“, sagt er. Neben dem regelmäßigen Lüften sei es angebracht, sich im Baumarkt ein Hygrometer zu besorgen, das eine zu hohe Luftfeuchtigkeit anzeige.
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  • Was sonst noch den Verbrauch erhöht: Es kommt häufig vor, dass Heizkörper verstaubt sind. Das reduziert ihre Effizienz, sie geben weniger Wärme ab. Deshalb sei es sinnvoll, Heizkörper regelmäßig abzustauben, damit die Oberfläche die Wärme besser abgeben kann. „Außerdem sollten Vorhänge nicht vor dem Heizkörper hängen und kein Sofa davorstehen“, sagt Horn.
  • Wie und wo man finanzielle Hilfe erhält: Arbeitslosengeld II (Hartz 4) können nicht nur Arbeitslose beziehen, sondern auch Haushalte mit geringem Einkommen. Durch die Teuerung der Heiz- und Energiekosten werden deutlich mehr Haushalte bezugsberechtigt sein. Darauf verweist Christoph Krüßmann. Unter Umständen bestehe der Anspruch auf die Leistung nur für den einen Monat, in dem die hohe Nachzahlung der Energiekosten anfällt. Doch das könne eine beachtliche finanzielle Erleichterung bringen. Aussicht auf Unterstützung habe aber nur ein Haushalt, der die staatliche Unterstützung auch beantragt.
  • Wer hilft bei einer Heizkostennachzahlung? Es ist auch möglich, dass eine Heizkostennachzahlung komplett oder teilweise durch das Jobcenter übernommen wird. Das gilt auch dann, wenn ein Haushalt erst durch die Nachforderung in Not gerät. Wichtig ist, dass man dann sofort einen Antrag auf Arbeitslosengeld II stellt.
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Was Haus- und Wohnungsbesitzer wissen müssen

  • Wie man an der Heizanlage selbst ansetzt: Im Falle eines Einfamilienhauses hat der Nutzer selbst Zugriff auf seine Heizungsanlage, was ihm einen größeren Einfluss verschafft. Hier habe der Verbraucher nun die Möglichkeit, die Vorlauftemperatur einzustellen. Der Vorlauf ist die Strecke, die das erwärmte Heizwasser vom Wärmeerzeuger bis zum Eintritt in die Heizfläche zurücklegt.
    Diesen Wert kann man entweder selbst oder mithilfe eines Installateurs einstellen: „Der Hausbesitzer kann den Wert leicht absenken und probieren, ob die Heizwärme dann ausreicht. Meist ist das gut machbar – und das Einsparpotenzial ist recht groß“, erläutert Hans-Joachim Horn.
  • Wie man den Service der Energieagentur nutzen kann: Die Energieagentur bietet den Service eines Heizchecks an. Er bietet sich vor allem für Haus- und Wohnungsbesitzer an, die Zugriff auf die Heizanlage haben. Ziel des Energieberaters ist es, Optimierungspotenzial zu
    finden: bei der Temperatur im Raum, aber vor allem direkt im Heizsystem. „Wir schauen, ob man dort an der Steuerung etwas optimieren kann“, erläutert Hans-Joachim Horn, „wie läuft die Heizung? Ist die Pumpe gut eingestellt? Fehlt die Dämmung der Heizungsrohre im Keller? Kann man nachsteuern?“ Wer einen Termin vereinbaren möchte, sollte sich an folgende Mailadresse wenden: info@energieagentur-kreis-konstanz.de
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