Mit einem Flottenstern auf dem Untersee hat die deutsch-schweizerische Region die Grenzöffnung zwischen den beiden Anrainerländern am Freitagabend gebührend gefeiert.

Insgesamt 343 Passagiere auf vier Kursschiffen und der Solarfähre sowie rund 60 private Boote waren bei der Schiffsparade dabei. Höhepunkte waren die Sektübergabe an den Bugspitzen in der Sternenformation sowie das große Hupkonzert als lautstarker Ausdruck der Freude über die zurückgewonnene Einheit.

Bug an Bug: Die MS Radolfzell (im Vordergrund), die MS Alet, MS Schaffhausen und die MS Seestern bilden den Flottenstern am Seezeichen 6 auf dem Untersee.
Bug an Bug: Die MS Radolfzell (im Vordergrund), die MS Alet, MS Schaffhausen und die MS Seestern bilden den Flottenstern am Seezeichen 6 auf dem Untersee. | Bild: Gerald Jarausch

Neben den Gästen auf den teilnehmenden Schiffen freuten sich ganz besonders die Akteure selbst: „Endlich dürfen wir wieder auf den See“, sagte Kapitän Christoph Rimmele von der MS Radolfzell. Gebildet wurde der Flottenstern von der MS Schaffhausen der Schweizerischen Untersee- und Rheinschifffahrt, der MS Radolfzell der Bodensee-Schiffsbetriebe, der MS Alet von Schifffahrt Baumann sowie der MS Seestern von Schifffahrt Lang aus Gaienhofen.

Freudige Begrüßung der anderen Schiffe beim Flottenstern auf dem Untersee.
Freudige Begrüßung der anderen Schiffe beim Flottenstern auf dem Untersee. | Bild: Gerald Jarausch

Koordiniert wurde die gemeinsame Aktion von der Tourismusorganisation Regio Konstanz-Bodensee-Hegau. Die Schiffsbetreiber und die Verantwortlichen aus der Politik zeigten sich hoch erfreut über die Wiederaufnahme des Regelbetriebs, der in den vergangenen Wochen aufgrund der Corona-Verordnung ruhen musste.

„Schwer zu ertragen“

„Die Grenze haben wir sehr gespürt. Die letzten drei Monate waren schwer zu ertragen“, sagte der Radolfzeller Oberbürgermeister Martin Staab bei seiner Begrüßung der Gäste. Dabei schwor er alle Beteiligten noch einmal auf Solidarität ein: „Wir sind eine gemeinsame Tourismusregion und spüren die Verbundenheit“, erklärte er.

Das sah auch Landrat Zeno Danner so: „Hier im Herzen Europas sind wir als Region zusammengewachsen und leben dies täglich. Ich bin sehr froh, dass die außergewöhnliche Belastung der geschlossenen Grenzen endlich vorbei ist und das zusammenkommt, was zusammengehört“, sagte er.

„Hauptsache, sie sind wieder da“

Nun setzt man am See auf ein veränderten Verhalten der Urlauber. „So mancher, der sonst in der Ferne schweift, lernt nun vielleicht auch die eigene Heimat kennen. Wir gehen mit Optimismus in die Saison“, ließ Martin Staab weiter wissen.

Wie groß die Erleichterung bei Schifffahrtsbetrieben ist, zeigte auch das Statement von Frank Weber, Geschäftsführer der Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH (BSB): „Ich bin seit 40 Jahren in dem Unternehmen, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Wir nehmen die Einschränkungen gerne in Kauf, Hauptsache, sie sind wieder da“, sagte er den Gästen auf der MS Radolfzell.

Sektübergabe am Schiffsbug: Jakob Imhäuser (links) von der MS Radolfzell und Nikola Lang von der MS Seestern tauschen beim Flottenstern auf dem Untersee freundschaftlich und gute geschützt Sektflaschen aus.
Sektübergabe am Schiffsbug: Jakob Imhäuser (links) von der MS Radolfzell und Nikola Lang von der MS Seestern tauschen beim Flottenstern auf dem Untersee freundschaftlich und gute geschützt Sektflaschen aus. | Bild: Gerald Jarausch

Entsprechend ausgelassen wurde das Treffen auf dem Untersee am Seezeichen 6, das sich zwischen Horn, der Reichenau und dem schweizerischen Berlingen befindet, gefeiert. Gegen 19 Uhr trafen die vier teilnehmenden Schiffe dort zusammen. Dabei steuerten die erfahrenden Kapitäne ihre Schiffe so präzise, dass sogar ein Handschlag mit Sektübergabe stattfinden konnte.

Gute Stimmung und Live-Musik

Begleitet wurde dieser Moment mit einem Hupkonzert und dem Jubel der Schiffsgäste, die gleichzeitig noch deutsche und schweizerische Fähnchen schwenkten. Auf den Privatbooten, die zu dem Anlass zum Seezeichen 6 gekommen waren, herrschte ebenfalls freudige Stimmung. Unter anderem gaben die Lustigen Hannoken aus Radolfzell auf einem privaten Schiffsdeck einige Lieder zu Besten.

Gute Stimmung auf den Privatbooten: Das Lustigen Hannoken sorgt bei der Sternfahrt für musikalische Unterhaltung.
Gute Stimmung auf den Privatbooten: Das Lustigen Hannoken sorgt bei der Sternfahrt für musikalische Unterhaltung. | Bild: Gerald Jarausch

Nun hoffen die Bodensee-Anwohner und ihre Gäste auf eine wiederkehrende Normalität: „Jetzt geht es wieder los und wir sind topmotiviert, mit eindrucksvollen Sinnesimpulsen in eine grenzüberschreitende Zukunft zu starten. Wir nehmen unsere Zukunft gemeinsam und mit viel Freude in die Hand, denn Erfolg entsteht aus der Dynamik des Optimismus“, ließ Eric Thiel, Geschäftsführer der Regio Konstanz-Bodensee-Hegau bereits im Vorfeld der Flottensternfahrt auf dem Untersee wissen.

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