Was ist schwarz und orange und hilft im Kampf gegen das Coronavirus? Das neue Corona-Mobil des Labor Brunners. Der schwarze Wagen, beklebt mit Abbildern orangefarbener Viren auf der Außenhülle, ist ein fahrendes Testzentrum, erklärt Simone Brunner, Inhaberin des gleichnamigen Labors in Konstanz. Es soll ermöglichen, schnell und unkompliziert ein voll ausgestattetes Testzentrum „auf Wald und Wiese“ aufzubauen, erklärt sie bei der Präsentation des Transporters.

Idee entstand lang vor der Pandemie

Eigentlich hatte die Virologin gehofft, das Auto umsonst angeschafft zu haben. Die Idee zu der fahrenden Teststation hatte sie schon, als noch niemand von einer Pandemie in Deutschland gesprochen hat. „Ich hätte nie gedacht, dass mal so eine Lage herrscht“, sagt sie und fühlt sich bestätigt, dass das Mobil eine gute Investition ist. 60.000 Euro hat die Anschaffung des Wagens und der Umbau gekostet.

Kaum zu übersehen: Große organgefarbene und weiße Viren zieren das schwarze Corona-Mobil des Labor Brunners.
Kaum zu übersehen: Große organgefarbene und weiße Viren zieren das schwarze Corona-Mobil des Labor Brunners. | Bild: Steinert, Kerstin

Innen befinden sich kleine Kühlboxen, in den bis zu 500 Proben von Testpersonen zwischengelagert werden können. In einem Regal befinden sich Test-Sets. Computer, Drucker und Kartenscanner stehen auf einem Schreibtisch. Dort kann ein Mitarbeiter die Daten des Patienten aufnehmen. Dazu wird die Krankenkassen-Karte in ein Lesegerät gegeben. Automatisch wird ein Auftrag generiert – inklusive QR-Code für die Corona-Warn-App.

In solchen Tüten befinden sich die Testsets: ein Wattestäbchen und eine Rachenspülung.
In solchen Tüten befinden sich die Testsets: ein Wattestäbchen und eine Rachenspülung. | Bild: Steinert, Kerstin

Der Mitarbeiter reicht dem Patienten die Papiere durch ein kleines Fenster. Anschließend muss die Testperson einmal um das Mobil herumlaufen. Dort befindet ein weiteres Fenster. Der Mitarbeiter reicht hier das Testset durch – ein Wattestäbchen für einen Nasenabstrich und eine Kochsalzlösung für eine Rachenspülung. Ist der Proband mit dem Abstrich und der Spülung fertig, wird alles in einer Tüte verpackt und in einer Kühlbox gelagert.

In kleinen Kühlboxen können die Proben der Testpersonen zwischengelagert werden.
In kleinen Kühlboxen können die Proben der Testpersonen zwischengelagert werden. | Bild: Steinert, Kerstin

Wenn das Fahrzeug nicht im Einsatz ist, wird es auf dem Gelände des Labors genutzt. „Wir werden künftig dort die Abstriche machen“, sagt Brunner. Aber: „Das Corona-Mobil soll keine zusätzliche Verkaufsstelle sein. Es ist eine Möglichkeit, schnell zu reagieren“, sagt sie. Wenn zum Beispiel umfangreiche Tests in einem Altenheim oder einer Schule gemacht werden sollen, kann das Mobil schnell ausrücken. „Wir können die ‚normalen‘ Tests dann wieder am Fenster durchführen“, sagt Brunner.

Aber nicht nur das Labor Brunner könne das Mobil nutzen. „Wir können das Corona-Mobil auch an das Gesundheitsamt zur kostenlos zur Verfügung stellen“, erklärt sie.