Matthias Weckbach bleibt auch nach der Sitzung mit Fachbehörden im Landratsamt bei seinem favorisierten Vorschlag: ein Steg zehn Meter oberhalb des Bachs durch die Marienschlucht. Vom alternativen Vorschlag, den Weg jenseits des Grats anzulegen, hält der Bürgermeister von Bodman-Ludwigshafen nichts.

Dieser Weg liege dann noch höher, und es sei keine Sicht in die Schlucht möglich. Und diese müsse gegeben sein, wenn der Steg angenommen werden soll. Es sei sonst zu befürchten, dass sich die Menschen ihren eigenen Weg am Marienbach entlang suchen würden. Und das, so Weckbach, sei überhaupt nicht erwünscht.

Wer die Schlucht kennt, weiß wie beeindruckend der Blick in diese ist. Nicht zuletzt verdankt sie dieser Aussicht ihre Beliebtheit. Trotzdem müsse aus naturschutz–rechtlichen Gründen diese Alternativprüfung sein, erläutert Weckbach. Er rechnet damit, dass bis Mitte kommenden Jahres die Genehmigung für den Steg vorliegen wird. Der Bau könnte dann schon Jahr 2022 erfolgen.

Vom Landkreis ist kein Geld zu erwarten

Für die Sanierung der Marienschlucht rechnet Weckbach mit Kosten von sechs Millionen Euro; einen Sicherheitsaufschlag eingerechnet, könnten es auch zehn Millionen Euro werden, erläutert er. „Wir arbeiten daran, dass es nicht so viel kostet“, bekräftigt der Mann, der die treibende Kraft der Marienschlucht-Sanierung ist. Vom Land sei bestenfalls ein Zuschuss von 60 Prozent zu erwarten, der die Belastung der Kommunen erheblich verringern würde.

Neben Bodman-Ludwigshafen sind auch Allensbach und Konstanz unmittelbar betroffen. Diese drei haben bereits einer finanziellen Beteiligung zugestimmt. Vom Landkreis sei laut Weckbach derzeit kein Geld zu erwarten; ebenso wenig wie von Überlingen wegen ihrer Landesgartenschau. Die Entscheidung von Radolfzell sei noch offen. Von Reichenau und Sipplingen wisse er, „die können sich grundsätzlich etwas vorstellen“. Das Gut Bodman sei zwar bei den Planungen mit dabei, könne sich jedoch nicht finanziell beteiligen. Dafür gebe es eine alljährliche Spende über 5000 Euro, betonte Weckbach. „Und wenn sich jemand anderes beteiligen will, sagen wir nicht Nein“, fügt er an.

So sah es am Anlegesteg, der in die Marienschlucht führte, im August 2014 aus.
So sah es am Anlegesteg, der in die Marienschlucht führte, im August 2014 aus. | Bild: Ramona Löffler

Wegen den Auswirkungen der Corona-Pandemie ist in den kommenden Monaten wenn nicht Jahren mit deutlichen Auswirkungen auf die kommunalen Haushalte zu rechnen. „Auch wir haben Verluste“, erklärt der Bürgermeister von Bodman-Ludwigshafen. „Aber wir haben auch Geld“, ergänzt er.

Ein erster Schritt zur Wiedereröffnung der Marienschlucht ist der neue Schiffsanleger. Ab heute bis morgen sind die Archäologen dran. Dann kann mit dem Abbau des alten Steges begonnen und anschließend die neuen Pfähle gesetzt werden. Ende Oktober ist ein weiteres Gespräch im Landratsamt geplant. Weckbach hofft, dass bis dahin die Genehmigung für den Bau des eigentlichen Steges da ist. „Ich bin optimistisch, dass das hinhaut“, sagt er nachdrücklich. Die Bauzeit schätzt er auf 14 Tage. Das müsste reichen, um noch vor dem Jahreswechsel fertig zu sein.

Auch eine Schutzhütte soll entstehen

Der Grillplatz bereitet Matthias Weckbach noch einiges Kopfzerbrechen, denn er befürchtet eine zu starke Nutzung. „Alle Wege laufen dorthin. Das wird nicht ganz einfach. Das Wie weiß ich auch noch nicht“, sagt er nachdenklich. Auf jeden Fall soll dort eine Schutzhütte entstehen. „Das ist der richtige Platz. Aber dafür gibt es aber noch keinen Zeitplan“, erklärt er. Im Laufe des kommenden Jahres soll es dazu weitere Überlegungen geben.

Der Weg von der Marienschlucht zum Burghof und weiter nach Wallhausen soll ab dem Frühjahr wieder hergestellt werden. An drei Stellen sollen Brücken aus Holzstämmen ersetzt beziehungsweise ein Kleinwenig verlagert werden, wo dies sinnvoll sei. „Bis zum Sommer wollen wir fertig sein. Das ist natürlich auch vom Wetter abhängig“, erklärt Weckbach.

Ein Kiosk als Schiff am Anlegesteg

Der Weg nach Bodman stellt eine besondere Herausforderung dar. Am Mondfelsen seien Steinschlag und Baumstürze nur schwer zu beherrschen, erläutert Weckbach. Einen Zeitplan für dieses große Projekt gibt es noch nicht.

Die Plattform des alten Kiosks am Fuße der Marienschlucht wird irgendwann entfernt, denn sie liegt in einem Trümmerschatten. Ein neuer Kiosk samt Toiletten könnte als Schiff am neuen Steg während der Sommermonate liegen. „Aber zuerst muss die Marienschlucht fertig werden. Trotzdem denke ich das Schiff gleich im Hinterkopf mit: Energie, Wasser und Abwasser, welche Speisen und Getränke„.

 

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