Es gibt gute und schlechte Nachrichten: Mit einer Corona-Inzidenz um 325 liegt der Kreis Konstanz im mittleren Bereich. Wie überall steigen die Zahlen wegen der ansteckenden Omikron-Variante. Dafür entspannt sich die Lage in den Krankenhäusern etwas.

Die Lage in den Kliniken

Marcus Schuchmann, ärztlicher Direktor am Konstanzer Klinikum, spricht von einer stabilen Lage: Im Moment werde eine Patientin beatmet, insgesamt würden drei auf der Intensivstation behandelt. Fünf Patienten hätten eine gesicherte Covid-19-Diagnose auf der Normalstation, es gebe fünf Verdachtsfälle. „Der Druck auf die Intensivstationen lässt nach, dafür werden die Allgemeinstationen stärker belastet.“ Frank Hinder, ärztlicher Direktor am Singener Klinikum, bestätigt bei der Corona-Konferenz des Landratsamtes: „Auch wir sehen eine gewisse Entspannung.“ 22 Patienten seien in Singen in Isolation, einige würden beatmet, acht Patienten würden auf der Allgemeinstation behandelt. In Radolfzell seien sieben Infizierte in Behandlung, bei zweien sei die Infektion noch nicht bestätigt. Die Intensiv-Patienten seien beinahe alle ungeimpft – oder der Impfschutz liege lang zurück. „Personen mit Booster-Impfung sehen wir auf der Intensivstation so gut wie gar nicht“, sagt Hinder.

Impfpflicht in Gesundheitsberufen

Ab März werde die Impfpflicht in den Pflegeberufen wirksam, erläutert Landrat Zeno Danner. Bis dahin gelte es, zu klären, wie deren Folgen aussehen. „Wir warten noch auf eine klare Ansage aus dem Sozialministerium“, erläutert er. Voraussichtlich werde das Gesundheitsamt bei jedem Mitarbeiter einer Gesundheitseinrichtung wie Krankenhaus oder Pflegeheim, der sich nicht gegen Sars-CoV-2 impfen lassen will, entscheiden, ob gegen ihn oder sie ein Betretungsverbot der Einrichtung ausgesprochen wird. Falls ja, wirke sich dies auch auf die Lohnzahlung aus. Genaueres müsse aber erst geklärt werden.

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Impfstützpunkte

Nach dem Willen der Bundesregierung soll die Impf-Infrastruktur über das ganze Jahr hinweg aufrechterhalten werden. Das sieht der Landrat auch so: „Wir wollen immer schnell impfen können.“ Allerdings koste das eine Menge Geld. Danner sei aber zuversichtlich, dass man mit den etablierten Strukturen im Kreis lange handlungsfähig bleibe. Die mobilen Impfteams seien noch bis 30. April im Einsatz. Die Impfstützpunkte hätten vorerst Verträge bis Ende Januar. „Da steht eine Entscheidung an, wie wir weiter vorgehen.“

Kinderimpfungen

Im Moment werden in den Städten Konstanz, Singen, Radolfzell und Stockach Impfungen für Kinder angeboten. Allerdings übersteige die Nachfrage noch das Angebot, erklärt Sozialdezernent Stefan Basel. Derzeit sei der Kinder-Impfstoff noch nur knapp verfügbar. „Wir bemühen uns aber um Angebote für alle.“