Am Sonntag meldete das Landesgesundheitsamt eine Sieben-Tages-Inzidenz von 109,3, am Montag lag der Wert bereits bei 122,6. Am Dienstag überschritt der Wert zum dritten Mal die 100-er Marke und liegt nun bei 107,9. Für das Landratsamt ist dies das Signal zu handeln: Nach dreitägiger Überschreitung muss die neue Situation bekannt gemacht werden. Am zweiten darauffolgenden Werktag, also ab Donnerstag, werden die Lockerungen, die seit dem 7. März möglich gemacht wurden, in Teilen zurückgenommen.

Landratsamt meldet die Regeländerung

Das Landratsamt wird nun auf der Homepage und über die Medien auf die veränderte Lage hinweisen, es tritt die „Notbremse“ in Kraft. Es gelten veränderte Regeln. Nicht alle Bereiche sind allerdings von Schließungen betroffen.

Landrat Zeno Danner äußert sich so zur Lage: „Ich bedaure sehr, dass wir die Inzidenz von 100 dreimal in Folge überschritten haben, obwohl wir uns alle, sei es der Handel oder die Schulen oder besonders auch das Gesundheitsamt, größte Mühe geben. Jetzt müssen wir gemeinsam schauen, dass wir dauerhaft wieder unter 100 kommen.“

Das bedeutet für den Einzelhandel

Einige Einzelhandelsgeschäfte rücken in die Kategorie auf, in der bisher Apotheken, Drogerien und Lebensmittelgeschäfte waren und dürfen komplett geöffnet bleiben. Das sind beispielsweise Blumengeschäfte, Gärtnereien und der Buchhandel. Sie sind von der Überschreitung der Sieben-Tages-Inzidenz von 100 nicht betroffen. Andere, wie Bekleidungsgeschäfte oder Spielwaren, dürfen bei einer Inzidenz von über 100 nur noch „Click and collect“ anbieten – der Kunde bestellt die Ware und darf sie vor dem Geschäft abholen. Das ist nun ab Donnerstag der Fall.

Das Bekleidungsgeschäft More & More an der Konstanzer Marktstätte bietet Click & Collect an. Kunden dürfen das Geschäft ab jetzt nicht mehr betreten.
Das Bekleidungsgeschäft More & More an der Konstanzer Marktstätte bietet Click & Collect an. Kunden dürfen das Geschäft ab jetzt nicht mehr betreten. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Kitas und Schulen bleiben geöffnet

Auch die Öffnung der Kinderbetreuungseinrichtung sowie der Schulunterricht ist von einer steigenden Inzidenz nicht zwingend betroffen. Kitas dürfen also ihren Betrieb weiterführen und müssen nicht zur Notbetreuung zurückkehren. Schulen dürfen weiter Präsenzunterricht anbieten. Es bleibe zunächst bei der jetzigen Praxis, antwortet Marlene Pellhammer, Sprecherin des Landratsamts, auf Nachfrage des SÜDKURIER. „Grundsätzlich regelt das Land den Grad der Öffnung der Schulen unabhängig von regionalen Unterschieden bei den Inzidenzen“, ergänzt sie. Das Kultusministerium wiederum betont, dass dem Präsenzunterricht ein sehr hoher Wert eingeräumt werde.

Auch der Kreis redet bei Kitas und Schulen mit

Grundsätzlich kann allerdings auch der Landkreis weitergehende Maßnahmen beschließen, die etwa die Rückkehr zum Online-Unterricht beinhalten. „Dafür braucht es aber starke Gründe“, erläutert Pellhammer, „diese sind derzeit nicht gegeben.“ Landrat Danner erläutert die aktuelle Lage: „Wir versuchen, Kitas und Schulen offen zu halten so lang es geht.“ Bei einer Inzidenz von 200 ändere sich die Lage. Daher sei es jetzt wichtig, den Anstieg der Zahlen und das Tempo des Anstiegs genau zu beobachten. Er vermute, „dass wir es bis zu den Osterferien noch schaffen sollten mit geöffneten Schulen.“

Präsenzpflicht an Schulen

Diese ist momentan ausgesetzt. Eltern, die nicht wollen, dass ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt, können dies der Schule formlos mitteilen. Das Kind ist dann verpflichtet, am Fernunterricht teilzunehmen. Diese Regelung gilt laut Kultusministerium für das gesamte Schuljahr 2020/21 und ist unabhängig von der Inzidenz.

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Private Kontakte

Ab der Inzidenz jenseits der 100 gelten wieder die Kontaktregeln, die vor dem 7. März galten. Mitglieder eines Haushalts dürfen sich also mit einer Person eines weiteren Haushalts treffen, nicht mit allen Personen. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgerechnet.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen

Museen und Galerien sowie Zoos dürfen nun Bürgern nicht mehr nach vorheriger Anmeldung den Besuch ermöglichen, sondern bleiben geschlossen.

Rückkehr zu Lockerungen

Erst wenn der Inzidenzwert fünf Tage in Folge unter 100 liegt, darf der Landkreis die Regeln wieder lockern, dann aber sofort, also ohne Übergangstag.