Für eine Entwarnung ist es zu früh: Nachdem die Zahl der mit Covid-19-Infizierten in der vergangenen Woche „nach oben geschnellt“ war, wie Philipp Gärtner als Stellvertreter des Landrats in einer Pressekonferenz erklärte, habe sich der Trend nicht fortgesetzt. 31 Personen waren am Dienstag aktuell mit Corona infiziert. Der Wert bei der 7-Tage-Quote lag bei 7,7 Prozent – in der Woche zuvor bei fast 13,7.

Weit weg vom Wert 50

Diese Zahl gibt wieder, wie viele Menschen hochgerechnet auf 100.000 Einwohner neu erkrankt sind. Das stellt eine Vergleichbarkeit her. Und zeigt auf, wie weit eine Region vom Wert 50 entfernt ist – bei mehr Fällen drohen regionale Beschränkungen. Der Landkreis Konstanz ist, derzeit, also weit davon entfernt. Das bedeutet aber nicht, dass sich die Mitarbeiter des Kreis-Gesundheitsamts entspannen können. Am Dienstag standen beim stellvertretenden Amtsleiter Hannes Winterer 268 KP1-Fälle zur Nachforschung auf der Liste. Bedeutet: Eine positiv auf Corona getestete Person dieser Kategorie hatte mindestens 15 Minuten nahen Kontakt zu anderen Menschen in geschlossenen Räumen.

Hier geht es zur Abstrichstelle: Ein Bild vom Singener Klinikum, aufgenommen Ende August.
Hier geht es zur Abstrichstelle: Ein Bild vom Singener Klinikum, aufgenommen Ende August. | Bild: Tesche, Sabine

Suche nach Kontaktpersonen

Die Mitarbeiter des Gesundheitsamts spüren jede dieser Kontaktpersonen auf, um den Betroffenen zum Beispiel Tests nahezulegen. Das ist eine der Maßnahmen, um die Verbreitung von Covid-19 einzudämmen. Wer sich mit einem Infizierten in einem Raum, aber mit Abstand, aufgehalten hat, für denjenigen kann die Bewertung KP2, Kontaktperson 2, lauten. Dann kann die Empfehlung heißen, verstärkt auf Symptome zu achten.

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Angewiesen auf Informationen

Hannes Winterer ist wichtig zu betonen, dass „wir absolut abhängig von Informationen“ sind. Wenn Infizierte erst spät mit der Sprache herausrückten, trotz positiven Tests doch im Schulunterricht gewesen zu sein, könne das Gesundheitsamt erst mit entsprechender Zeitverzögerung reagieren. Generell gelte, sagte Winterer am Dienstag: „Wer mit Erkältungssymptomen in die Schule oder zur Arbeit geht, handelt in der heutigen Zeit unverantwortlich.“ Der stellvertretende Amtsleiter erinnerte zudem daran, dass eine Übertragung des Corona-Virus bereits zwei Tage vor Auftrit von Symptomen möglich ist.

Montags Andrang an Abstrichzentren

Eine Möglichkeit, sich auf das Corona-Virus testen zu lassen, sind die Abstrichzentren an den Kliniken in Konstanz und Singen. Am Montag bildete sich am Krankenhaus unter dem Hohentwiel eine immens lange Schlange mit Menschen, die sich auf eine Infektion testen lassen wollten. In den letzten Wochen sei der Andrang insbesondere montags groß, erklärte Stefan Basel, Dezernent für Soziales und Gesundheit im Landratsamt. Montags offenkundig deshalb, weil dann Reiserückkehrer sich testen lassen wollen. Seit vergangener Woche gelten auch das in der Region beliebte Vorarlberg sowie Tirol als Risikogebiete. Eine Überlegung sei nun, sagte Basel, wieder Terminvereinbarungen für die Tests zu treffen.

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