Im Moment scheint es wenig Grund zur Klage zu geben. Die Inzidenz liegt bei 43,9 (Stand: 27. September), seit sieben Tagen in Folge unter 50. Damit geht die Zuständigkeit für die Überwachung der Corona-Schutzregeln wieder auf die Kommunen über. Fürs reale Leben ändere sich damit aber nichts, erläuterte Landrat Zeno Danner in der Corona-Konferenz.

  • Die Lage in den Kliniken: Im Moment werden nur wenige Covid-19-Patienten stationär behandelt. In Singen und Radolfzell seien es 16 Personen, ein Patient liege auf der Intensivstation in Singen. Etwa die Hälfte der Patienten sei jünger als 50 Jahre, fast alle seien nicht geimpft, erläutert Ivo Quack, Leiter der Notaufnahme am Konstanzer Klinikum, der seinen Singener Kollegen in der Pressekonferenz vertrat. In Konstanz werden aktuell zwei Patienten auf der Intensiv-, drei auf der normalen Station behandelt. Zum Nachdenken habe der Fall eines 55-jährigen Familienvaters gebracht, der im Konstanzer Krankenhaus den Kampf gegen Covid-19 verlor und starb. „Ein weiterer Mann, 46 Jahre alt, wurde mit dem Hubschrauber nach Freiburg verlegt, weil seine Lunge versagte“, berichtet Ivo Quack. „Das zeigt uns, dass ein leichter Verlauf bei einer Corona-Infektion bei jüngeren Menschen keineswegs garantiert ist.“
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  • Warum die Inzidenz sinkt: Dass die Inzidenz im Moment rückläufig ist und nicht – wie von vielen Virologen vorhergesagt – stetig ansteigt, können auch die Ärzte nicht abschließend erklären. „Der frühe Anstieg Anfang September kam vermutlich durch Reiserückkehrer“, vermutet Ivo Quack. Das derzeit gute Wetter, das Veranstaltungen im Freien ermögliche, bremse die Zahl der Corona-Infektionen weiter. „Wie stark das Virus durch die Impfungen abgebremst wird, ist schwer zu sagen.“ Entscheidend sei jetzt, was in den Schulen passiere, wie gut dort Maßnahmen eingehalten würden und wie viele Jugendliche sich impfen ließen. Auch Marie-Luise Weber, Ärztin am Gesundheitsamt, vermutet, dass die Wärme ein Faktor ist – und dass die Zahlen wieder steigen werden.