Unermüdlich fährt eine Art Druckkopf – die Experten nennen ihn Extruder – im Oval hin und her. Dabei nimmt er Material aus einem Schlauch auf, erhitzt es und baut so Schicht für Schicht ein unförmiges Teil auf. Es dauert ein paar Stunden, aber dann ist sie fertig, die Halterung für ein Corona-Schutzvisier.

Die Zeppelin-Gewerbeschule Konstanz (ZGK) stellt sie seit den Osterferien im 3D-Druck her. An dieser Halterung, die zum Beispiel am Kopf eines Arztes befestigt wird, ist eine gebogene und stabile Klarsichtfolie angebracht. „Wir freuen uns, dass wir auf diese Weise anderen helfen können“, sagt Siegmar von Detten, Lehrer an der ZGK.

Video: Kirsten Astor

Zunächst war nur ein 3D-Drucker der Schule im Einsatz, aber schon bald stieg die Nachfrage. „Das Landratsamt Konstanz hatte uns ursprünglich gefragt, ob wir wie die Elektronikschule in Tettnang auch solche Schutzvisiere herstellen könnten“, erzählt von Detten. Klar können wir, sagte die Zeppelin-Gewerbeschule.

Sie erhielt die nötige Druckdatei aus Tettnang, legte los und präsentierte dem Landratsamt schon bald den Prototypen. „Der kam gut an“, erzählt Siegmar von Detten. „Verbesserungsvorschläge konnten wir schnell umsetzen.“ So merkten die Ärzte beim Tragen der Visiere, dass die Folie unten scharfe Kanten hatte. ZGK-Lehrer Christian Rinn stellte ein Stanzgerät zur Verfügung, das die Kanten abrundet.

Drucker laufen fast ohne Pause

Außerdem wurden zwei weitere Drucker in die Produktion einbezogen. „Sie laufen seit Ostern fast ohne Pause durch, daher streikt die Technik mitunter“, berichten die beiden Lehrer, während die Geräte im Hintergrund summen. „Die Schule war ja anfangs geschlossen, daher mussten wir fünfmal am Tag hinfahren, um den Druck am Laufen zu halten“, sagt von Detten.

Der schnellste Drucker schafft eine Visier-Halterung in gut drei Stunden, der gründlichste braucht zehn. Dafür ist dessen Qualität besser. „Wir verwenden unter anderem biologisch abbaubares Druckmaterial“, sagt Siegmar von Detten. „Diese Visiere lösen sich nach fünf, sechs Jahren auf.“ Auch optisch soll der gedruckte Infektionsschutz glänzen: Er wird in verschiedenen Farben hergestellt. „Nur nicht in Rot, das ist der Feuerwehr vorbehalten“, so die Lehrer.

Video: Kirsten Astor

Ein Visier kostet in der Herstellung 1,50 Euro, bezahlt vom Förderverein der Schule. Bislang stellte die ZGK rund 100 Stück her. Abnehmer sind neben dem Landratsamt und dem Klinikum Konstanz auch die dortige Regenbogenschule sowie die Sprachheilschule in Singen.

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„Für die ist es wichtig, dass man beim Lernen den Mund der Kinder sieht, was bei einer herkömmlichen Maske nicht möglich wäre“, so von Detten. Auch seine eigenen Kollegen verwenden die Visiere, unter anderem in der Ausbildung der zahnmedizinischen Fachangestellten.

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