„Die Lage spitzt sich etwas zu. Die Fallzahlen steigen“, sagt der Konstanzer Landrat Zeno Danner in der wöchentlichen Corona-Konferenz am Dienstagmorgen. Grund für den Anstieg sei, dass über das Wochenende 45 neue positive Corona-Fälle dazugekommen seien. Einen Hotspot, wie zuletzt in Stockach, gibt es im Kreis Konstanz zurzeit nicht. „Es gibt kein Event, der zu einem Ausbruch geführt hat“, versichert Hannes Winterer, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes Konstanz.

Inzidenz liegt noch unter 35

Insgesamt gibt es im Landkreis Konstanz 106 aktive Corona-Fälle (Stand 20. Oktober), drei Covid-19-Patienten befinden sich zur Behandlung in den Krankenhäusern in Konstanz und Singen. Seit Beginn der Pandemie im Frühjahr haben sich im Landkreis Konstanz 992 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Die Sieben-Tage-pro-100.000-Einwohner-Inzidenz liegt laut dem Landesgesundheitsamt in Stuttgart momentan bei 25,5. Das Landratsamt Konstanz meldet 22,7.

Einheitliche, aber schärfere Corona-Regeln für den Kreis Konstanz

Damit liegt der Landkreis noch unter dem Grenzwert von 35. Ab diesem Zeitpunkt greifen verschärfte Corona-Vorschriften. Darunter versteht Landrat Danner, so wie es auch von der Landesregierung vorgesehen ist, eine strengere Maskenpflicht im öffentlichen Raum, wie zum Beispiel auf Wochenmärkten.

Auch auf Wochenmärkten muss man jetzt wieder Maske tragen.
Auch auf Wochenmärkten muss man jetzt wieder Maske tragen. | Bild: Volk, Siegfried

Nun sei man am „Finetuning“ mit den Städten und Gemeinden, wie genau diese Vorschriften einheitlich im Landkreis Konstanz aussehen sollen. „Natürlich immer mit Blick auf die Situation vor Ort“, beteuert Danner.

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Er sagt aber auch: „Das Gros der Maßnahmen ist ja jetzt beschlossen. Wir müssen da auch nicht deutlich drüber weg gehen. Wir sind nicht der besonders betroffenste Landkreis Baden-Württembergs.“

Gesundheitsamt ermittelt 800 Kontaktpersonen in einer Woche

Eine der großen Herausforderungen während der Pandemie ist aber auch die Kontaktnachverfolgung. Das Landratsamt Konstanz hat dafür ein Team von 70 Personen. „Eigentlich war geplant, diese Personen bis Jahresende so nach und nach jeder für ein oder zwei Wochen dafür einzusetzen. Aber jetzt sind wir dabei, die Kräfte zusammenzuziehen, um schneller voranzugehen. Im Moment kommen wir noch mit“, sagt Danner.

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Ein Corona-Fall habe im Schnitt zehn Kontaktpersonen der Kategorie 1, die durch das Gesundheitsamt aufgespürt werden. „In der vergangenen Woche haben wir etwa 800 Personen ermittelt“, sagt Stefan Basel, Sozialdezernent des Landratsamtes Konstanz.

Ärzte empfehlen Grippeimpfung

Auch die Ärztlichen Direktoren Frank Hinder von der Hegau-Bodensee Klinik in Singen und Marcus Schuchmann vom Klinikum Konstanz merken den Anstieg in ihren Einrichtungen. In der vergangenen Woche seien viele Patienten mit Grippesymptomen in die Krankenhäuser gekommen. „Aber die vielen Patienten haben sich zum Glück nicht als Covid-Patienten entpuppt“, sagt Hinder.

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Dennoch kommen immer wieder Patienten als Verdachtsfälle ins Krankenhaus – und für diese Menschen, die noch in der Abklärung sind, braucht es Platz. Diese müssen erst mal isoliert untergebracht werden. „Deshalb haben wir einen Plan B geschaffen für die Krankenhäuser des GLKN. Wir haben eine zusätzliche Station für Corona-Patienten in Radolfzell vorbereitet“, erklärt Hinder.

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Arzt empfiehlt Grippeimpfung

Pandemie-Regelbetrieb nennt Marcus Schuchmann den aktuellen Alltag in den Krankenhäusern. Im Klinikum sei aber eine gewisse Anspannung zu spüren, weil es „sehr schnell sehr viel mehr Patienten geben kann“. Die Krankenhäuser untereinander seien zurzeit sehr gut vernetzt, sodass man bestens über alle Ressourcen informiert sei und diese schnell entsprechend nutzen könne.

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Eine sehr wichtige Ressource seien die Mitarbeiter in den Gesundheitseinrichtungen. „Wir werben gerade dafür, dass sich die Mitarbeiter gegen die Grippe impfen lassen. Ich halte das für eine sehr sinnvolle Maßnahme“, sagt Schuchmann.

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