Die Lage bessert sich. Sogar Landrat Zeno Danner, sonst als vorsichtiger Mahner bekannt, äußert zu Beginn der Corona-Konferenz des Landratsamts Optimismus: „Wir haben eine klare Tendenz sinkender Inzidenzen im Landkreis. Das freut uns natürlich.“ Am Dienstag lag die Sieben-Tages-Inzidenz bei 117, am Montag bei 126, am Sonntag bei 120 (Stand: 4. Mai).

Drei Gründe, warum die Inzidenz sinkt

Danner sieht drei Gründe für das Zurückgehen der Infektionszahlen: zum einen die Impffortschritte der vergangenen Wochen und das Testwochenende, an dem 40.000 Personen getestet worden seien. Wie vorhergesagt, seien die Inzidenzwerte kurzfristig angestiegen, dann aber zurückgegangen. Auch der Ausgangssperre und Schulschließungen misst Danner eine Rolle zu.

Wie ist der Fortschritt beim Impfen?

Im Moment würden beim Impfen im Kreisimpfzentrum große Fortschritte erzielt. Das KIZ verzeichne etwa 6000 Impfungen pro Woche und sei damit gut ausgelastet. Geimpft werde am KIZ täglich von 8 bis 18 Uhr.
Danner plant außerdem, jungen Leuten Impfangebote zu machen, sobald die Impfpriorisierung aufgehoben sei. „Wir wollen ältere Schüler und junge Erwachsene dann verstärkt ansprechen“, sagt er. Zum einen habe diese Bevölkerungsgruppe altersbedingt viele Kontakte, zum anderen hätten junge Menschen sehr lange auf vieles verzichtet. Dass sie ihre Freiheiten zügig zurückerhalten, sei eine Frage der Gerechtigkeit. In welcher Form man sie schneller impfen wolle, ob etwa als Aktion über Schule und Universität, daran arbeite man im Moment.

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Zur Lage in den Krankenhäusern

Frank Hinder, Ärztlicher Direktor des HBK Klinikums Singen, berichtet, dass im Singener Krankenhaus im Moment 26 Covid-19-Patienten stationär aufgenommen seien, 16 auf der Allgemeinstation, acht auf der Intensivstation, sechs davon würden aktuell beatmet. Bei zwei Patienten sei die Diagnose noch nicht gesichert. Im Radolfzeller Krankenhaus werden 15 Corona-Patienten behandelt, ein Patient sei auf der Intensivstation.

In Konstanz ist die Lage „übersichtlich“

In Konstanz ist die Lage laut Auskunft von Ivo Quack, Leiter der zentralen Notaufnahme, „übersichtlich“. Zehn Covid-19-Patienten lägen auf der Normal-, drei auf der Intensivstation, alle drei würden beatmet. Es gebe nach wie vor schwere Verläufe, ein Patient sei nach Freiburg ausgeflogen worden. Es sei immer noch eine Herausforderung, neben den Corona-Stationen den anderen Patienten gerecht zu werden. „Aber die Lage hat sich etwas entspannt“, sagt Quack.

Was wird aus dem Alkoholverbot?

Trotz sinkender Infiziertenzahlen will der Landrat vorerst am Alkoholverbot an verschiedenen öffentlichen Plätzen im Kreis festhalten. Es sei bis 16. Mai befristet, sollten vorher die Inzidenzwerte unter 100 sinken, könne man auch früher darauf verzichten. „Wir haben uns das mit den Städten und Gemeinden gut überlegt. Es zielt vor allem darauf, Partys am See zu verhindern“, sagt Danner.