Die Apfelernte am Bodensee hat begonnen. Insgesamt rechnen die Obstbauern mit rund 242.400 Tonnen Äpfeln und damit einem leichten Rückgang der Erntemenge im Vergleich zum Vorjahr und zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Das teilt die Marketing-Gesellschaft Obst vom Bodensee in einer Pressemitteilung mit.

Die Obstbauern sind trotz Corona positiv gestimmt. „Aufgrund der milden Witterung zu Beginn des Jahres und den guten Wachstumsbedingungen über die ganze Saison hinweg hat die Ernte dieses Jahr etwa acht bis zehn Tage früher als üblich begonnen. Die ersten Bodenseeäpfel liegen schon in den Regalen und wir freuen uns, dass wir wieder erntefrische Äpfel in top Qualität anbieten können,“ sind sich die Vorsitzenden des Vereins Obstregion Bodensee, Erich Röhrenbach und Thomas Heilig, einig. Bis auf ein paar Spätfröste war 2020 wettertechnisch für sie sehr gut.

Schutzmaßnahmen kosten eine Menge Geld

Aber: Die nötigen Schutzmaßnahmen für ihre Saisonarbeitskräfte stellten die Betriebe vor zusätzliche Herausforderungen und kosteten eine Menge Geld. Jedes Jahr im Herbst kommen rund 8000 Erntehelfer in die Region. Dieses Jahr werden sie in strikt getrennte Arbeitsgruppen aufgeteilt – nach dem Motto: „Gemeinsam arbeiten, gemeinsam wohnen.“

Dadurch solle das Ansteckungsrisiko untereinander minimiert und zugleich sichergestellt werden, dass im Falle einer Infektion nicht der ganze Betrieb unter Quarantäne gestellt werden müsste. Die Ernte könnte also trotz eines Corona-Falls weitergehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Schon bei der Einreise müssten die Arbeiter zunächst in Quarantäne. Ein weitere Schutzmechanismus: die verpflichtenden und teilweise freiwilligen Corona-Tests. „Die aktuelle Situation bringt große Unsicherheit für die Obstbau-Betriebe.

Die vielen zusätzlichen Auflagen und auch die fortlaufenden Änderungen der Regelungen sind nicht einfach zu meistern,“ werden Röhrenbach und Heilig zitiert. Trotz aller Schwierigkeiten: Die Obstbauern sind zufrieden mit der Qualität der Äpfel. Für die kommenden Tage hoffen sie auf kühle Nächte und warme Tage, damit die Früchte die richtige Farbe bekommen.