Ab Mittwoch müssen die meisten Einzelhändler ihre Geschäfte schließen. Ausnahmen gelten nur für Läden, die den täglichen Bedarf decken. Bereits am Freitag war klar, dass ein harter Lockdown vor der Tür steht. Trotzdem blieb der große Ansturm auf die Geschäfte in den Gemeinden des Landkreises Konstanz am Samstag aus.

  • Freie Parkplätze in Konstanz: Dass es auch um 13 Uhr noch Parkmöglichkeiten gibt, ist in der Konzilstadt mehr als ungewöhnlich für einen Samstag in der Vorweihnachtszeit. Dies bestätigten auch zwei Ordnungsamtsmitarbeiter, die gerade vor Ort die Parkscheine kontrollierten. Es war allgemein eher ruhig in den Gassen und auf den Straßen der Innenstadt. Das erstaunt umso mehr, als am Tag zuvor angekündigt wurde, dass Bund und Länder am Sonntag über einen harten Lockdown für ganz Deutschland entscheiden würden.

Doch selbst auf dem Stephansplatz, der tatsächlich gut gefüllt war mit Autos, musste man nicht lange warten, bis ein Parkplatz frei wurde. Es bildeten sich keine Auto-Warteschlangen wie sonst in der Vorweihnachtszeit üblich. Auch vor dem Einkaufszentrum Lago bildeten sich keine Staus: Einkaufswillige mussten nicht Schlange stehen, um eingelassen zu werden. Im Innern des Zentrums dasselbe Bild. Es herrschte zwar Betrieb, aber vor den wenigsten Geschäften warteten Kunden, damit die Maximalzahl Personen pro Verkaufsfläche eingehalten werden konnte. Von Gedränge konnte vielerorts keine Rede sein.

Besucher entspannter als am Freitag

Müller Spielwaren in der Tirolergasse war eines der wenigen Geschäfte, vor denen sich eine Warteschlange bildete. Keine wartenden Kunden vor ihrem Laden hatte hingegen Jacqueline Wernicke, Inhaberin des Kinderbücher- und Spielzeuggeschäfts „Die Eule“ in der Hussenstraße. „Heute sind die Leute entspannter als am Freitag. Da war richtig was los und viele haben groß eingekauft“, sagte Wernicke.

Lockdown ist harte Entscheidung für Händler

Daniel Hölzle vom Treffpunkt Konstanz am Sonntag, nach den Beschlüssen der Videokonferenz der Kanzlerin mit den Länderchefs, gegenüber dem SÜDKURIER: „Für die Händler ist das natürlich eine extrem harte Entscheidung, weil das jetzt die entscheidenden Tage sind, die wegfallen. Gleichzeitig muss ich als Apotheker betonen, dass wohl kein Weg an den jetzt beschlossenen Maßnahmen vorbeiführt.“

  • Disziplinierte Konsumenten in Singen:

Für die Kunden in Singen war am Samstag nicht klar, ob es die letzte Gelegenheit für Weihnachtseinkäufe war. Sie nahmen es aber gelassen hin und hatten sich zum Teil schon darauf eingestellt, Gutscheine für die Zeit nach der Pandemie zu verschenken. Dennoch sorgen die aktuellen Corona-Verordnungen für Verunsicherung. Viele Menschen stellten sich die Frage, ob Weihnachtseinkäufe noch als „triftiger Grund“, das Haus zu verlassen, zu werten waren. So lief der Tag zunächst verhalten an. Dabei war es der erste Samstag für das neue Cano-Zentrum.

Wer am Cano-Zentrum an einem der Eingänge warten musste, versuchte schon einmal einen Blick ins Innere des neuen Singener Einkaufstempels zu werfen.
Wer am Cano-Zentrum an einem der Eingänge warten musste, versuchte schon einmal einen Blick ins Innere des neuen Singener Einkaufstempels zu werfen. | Bild: Tesche, Sabine

Dass das Interesse am Cano trotz Corona-bedingter Verunsicherung groß war, konnte der Sicherheitschef Steffen Gayer bestätigen. Er betreut die das Cano betreibende Firma ECE bundesweit. „Wir haben praktisch keine Werbung gemacht und haben trotzdem Warteschlangen vor den Eingängen.“ Ein elektronisches Zählwerk zählte die Besucher. Alles sei sehr gesittet zugegangen. Flexibel musste die Center-Managerin Carolin Faustmann bleiben. „Wir hatten eigentlich vor, das Cano an diesem Wochenende bis 21.30 Uhr zu öffnen“, berichtete sie. „Weil die Ausgangsbeschränkungen der Landesregierung schon ab diesem Samstag gelten, schließen wir früher.“

  • Kaum Bummellaune in Radolfzell:

Obwohl es, im Nachhinein gesehen, das letzte vorweihnachtliche Wochenende mit einer Einkaufsmöglichkeit war, war am Samstag in Radolfzell nicht allzu viel Torschlussstimmung zu spüren. Offenbar waren die Radolfzeller und die Besucher von auswärts alles andere als in Shopping-Laune. Daher fanden sich auf den Straßen nur relativ wenige Passanten.

Menschen auf dem Weg zum Herstellerverkaufszentrum seemaxx in Radolfzell. Von einem Besucheransturm konnte keine Rede sein.
Menschen auf dem Weg zum Herstellerverkaufszentrum seemaxx in Radolfzell. Von einem Besucheransturm konnte keine Rede sein. | Bild: Jarausch, Gerald

Ob in der Innenstadt oder am Herstellerverkaufszentrum seemaxx – überall warf der drohende Lockdown bereits seinen Schatten voraus. So waren zum Beispiel auf dem Parkplatz am seemaxx zur besten Einkaufszeit noch zahlreiche freie Parkplatze zu finden. Das ist selbst an Wochenenden außerhalb der Vorweihnachtszeit ungewöhnlich.

  • Entspannter Einkaufstag in Stockach:

In Stockach gab es am Samstag keine Schlangen vor den Geschäften. Die Einzelhändler waren dennoch zufrieden mit den Umsätzen der letzten Tage, obwohl sie deutlich hinter denen der letzten Jahre zurückblieben. Es gebe keine Hamsterkäufe, meinte etwa Andrea Hahn von Sport Martin.

Verkäuferin Andrea Hahn sieht Weihnachten entspannt entgegen.
Verkäuferin Andrea Hahn sieht Weihnachten entspannt entgegen. | Bild: Susanne Schön

Bücher – klassische Weihnachtsgeschenke – wurden des Öfteren in der Buchhandlung des Vertrauens vorbestellt. Und Diana Taddia von Bücher am Markt äußerte die Ansicht, dass es viele treue Kunden gäbe, die gerne ihren Lieblingsladen vor Ort unterstützen würden.