Deutschlandweit steigen die Corona-Inzidenzen auf Rekordwerte. Für Deutschland liegt der Wert bei über 1500 (Stand: 15.3.), im Landkreis Konstanz ist er aktuell sogar noch höher. In der Statistik des Landesgesundheitsamtes ist die Sieben-Tage-Inzidenz auf über 2000 gestiegen. Das bereitet dem Landratsamt und dem Gesundheitsamt Konstanz einige Sorgen.

„Wir sehen aktuell steigende Fallzahlen ringsum. Gleichzeitig gibt es einhergehend Lockerungen. Die große Blackbox für uns ist ja noch: Welche Regelungen werden denn ab nächster Woche gelten?“, sagt Stefan Basel, Sozialdezernent des Kreises Konstanz. Erst, wenn das Land eine neue Corona-Verordnung erlassen würde, könnte der Landkreis reagieren.

Der Corona-Impfstoff Nuvaxovid auf Proteinbasis. Auch damit können sich Pflegekräfte impfen lassen.
Der Corona-Impfstoff Nuvaxovid auf Proteinbasis. Auch damit können sich Pflegekräfte impfen lassen. | Bild: Freißmann, Stephan
  • Lage in den Krankenhäusern: Diesmal ist in der wöchentlichen Corona-Pressekonferenz nur Frank Hinder, ärztlicher Direktor der Hegau-Bodensee-Kliniken (HBK), anwesend. Er spricht für den ganzen GLKN (Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz). „Im Gesamt-GLKN herrscht das Virus in gleicher Weise“, sagt Hinder. 60 Patienten werden in den Kliniken Singen, Konstanz und Radolfzell behandelt. 15 Erkrankte befinden sich in Konstanz, davon sind drei Kinder.

In Singen werden 24 Patienten behandelt. 17 von ihnen auf der Allgemeinstation, sieben auf der Intensivstation. Auch in Radolfzell sind alle drei Covid-Stationen mit 21 Patienten voll belegt.

  • Auslastung in den Kliniken: „Das Virus macht auch vor unseren Mitarbeitern nicht halt“, sagt Frank Hinder. An allen Standorten sei das momentan eine sehr große Belastung. „Wir erleben überall eine Ausbreitung, wie wir es bisher noch nicht hatten. Genau wie es halt draußen ist“, berichtet der ärztliche Direktor. Das schränkt die Arbeit in den Kliniken deutlich sein.

Im Klinikum Konstanz werden daher alle aufschiebbaren operativen Eingriffe verschoben. „Bei uns in Singen ist es nicht viel anders“, sagt Hinder. Genaue Zahlen, wie viele Mitarbeiter derzeit aufgrund von Corona-Infektionen ausfallen, hat er nicht.

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  • Einrichtungsbezogene Impfpflicht: Seit heute müssen Pflegeeinrichtungen dem Landkreis melden, welche Mitarbeiter ungeimft sind. „Wir rechnen mit 500 bis 800 Mitarbeitern, die gemeldet werden“, sagt Basel. Ein Team werde die Meldungen sichten und die Betroffenen anhören. Dann entscheide das Landratsamt in Absprache mit den Häusern über weitere Schritte.

„Im Moment haben wir ja durchaus einige Infektionen. Es ist durchaus denkbar, dass Leute gemeldet werden, die drei Tage später erkranken und dann demnächst in einen Genesenenstatus reinkommen“, sagt Basel. „Viele Einrichtungen haben uns mitgeteilt, dass das Delta der Nicht-Geimpften insbesondere durch Erkrankungen spürbar gesunken ist.“ Allen anderen wolle man nochmal die Chance zur Impfung geben.