Eine Frau mit kurzen weißen Haaren tritt flotten Schrittes aus dem wiedereröffneten Corona-Testzentrum am Klinikum Konstanz. Sie trägt einen Mund-Nasen-Schutz und Schutzkittel. Unter ihrem Arm einige schwarze Klemmbretter. „Wer möchte sich testen lassen? Dann bitte hier registrieren“, ruft sie zu den rund 20 Wartenden.

In der alten Notaufnahme am Klinikum Konstanz ist das Corona-Abstrichzentrum wiedereröffnet worden. Seither gibt es dort täglich lange Warteschlangen.
In der alten Notaufnahme am Klinikum Konstanz ist das Corona-Abstrichzentrum wiedereröffnet worden. Seither gibt es dort täglich lange Warteschlangen. | Bild: Steinert, Kerstin

Wartende potenziell alle positiv

Eine junge Dame zeigt auf. Sie sei gerade aus Spanien zurückgekommen. „Wir alle hier in der Schlange sind potenziell positiv“, sagt sie und nimmt sich ein Klemmbrett. Seit einer Viertelstunde warte sie in der Schlange vor der alten Notaufnahme, in der sich das Abstrichzentrum befindet. „Das Warten macht mir nichts aus. Hauptsache, dass Testergebnis kommt nicht so spät“, sagt sie.

Die 5 häuftigsten Fragen zum Corona-Test

Die Wartezeiten können allerdings etwas länger sein

Rund 100 Patienten haben sich am Dienstag bis 15 Uhr vor dem Testzentrum in Konstanz eingefunden, tags zuvor waren es 210 Personen, sagt Ewald Weisschedel, Arzt im Corona-Testzentrum in Konstanz, bei einer Pressekonferenz des Landratsamtes am Dienstag zum Corona-Geschehen im Landkreis Konstanz. „Wir sind regelrecht überrannt worden“, berichtet Weisschedel Lange Schlangen hätten sich gebildet. Statt bis 16 Uhr habe man bis 18 Uhr Abstriche gemacht. „Die Leute sind aus dem ganzen Landkreis gekommen“, berichtet Weisschedel.

Die Mehrheit der getesteten Reiserückkehrer komme aus Risikogebieten wie Kroatien, Spanien und dem Kosovo. Viele würden im Kreis als Lehrkraft, Mitarbeiter im Kindergarten oder in Pflegeeinrichtungen arbeiten – das zeige ein Blick in die Registrierungen der vergangenen zwei Tage.

Erntehelfer aus Risikogebieten sollen im Bodenseekreis systematisch auf Corona getestet werden.
Erntehelfer aus Risikogebieten sollen im Bodenseekreis systematisch auf Corona getestet werden. | Bild: Landratsamt Bodenseekreis

Grund für den Ansturm

Ein Grund für den Patienten-Ansturm ist, dass es aktuell nur in Konstanz ein Corona-Testzentrum für den gesamten Landkreis gibt. Ein zweites wird gerade eingerichtet, das verzögert sich aber noch etwas. „In Singen soll das Abstrichzentrum erst am nächsten Montag in Gang kommen“, sagt der Arzt.

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Das Problem: Es fehle noch an nicht-ärztlichem Personal, welches zum Beispiel bei der Registrierung helfen könne. „Wir suchen dringend noch Arzthelfer und Arzthelferinnen oder geschultes Person“, sagt er und richtet einen Appell an diesen Personenkreis. Wer in Singen zum Helfen bereit sei, solle sich per E-Mail an das Landratsamt unter sozialdezernat@lrakn.de wenden.

Abstrichzentrum für Reiserückkehrer ohne Symptome

Wer kann sich im Abstrichzentrum testen lassen? Das kostenlose Angebot richtet sich an Reiserückkehrer ohne Symptome oder Personen, die von der Corona-Warn-App kontaktiert wurden.

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Mit Fieber, Husten und Geschmacksstörungen ist es nicht ratsam, zu kommen. „Personen mit Symptomen sollen sich telefonisch beim Hausarzt oder bei einer der Corona-Schwerpunktpraxen melden“, erklärt er. Entsprechende Ärzte gebe es in jeder Stadt und fast in jeder Gemeinde. Diese finden Betroffene unter coronakarte.kvbawue.de

Corona-Abstrichzentrum, alte Notaufnahme am Klinikum Konstanz, montags bis freitags 12 bis 16 Uhr. Test ohne Anmeldung. Mitzubringen sind die Versicherungskarte der Krankenkasse sowie Reisezeugnisse wie Quittungen oder Buchungsnachweise.