Die Sieben-Tage-Inzidenz für die Zahl der Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner steigt im Kreis Konstanz. Bisher meldeten das Robert-Koch-Insititut (RKI) und das Landesgesundheitsamt unterschiedliche Werte, laut RKI lag der Kreis Konstanz schon länger über der 100-er Marke. Nun aber meldet auch das LGA zum zweiten Mal einen Wert über 100.

Es zählt der Wert des LGA

Maßgeblich für das politische Handeln ist der Inzidenzwert, den das Landesgesundheitsamt angibt und den das Landratsamt Konstanz ebenfalls auf der eigenen Homepage vermeldet. Dieser Wert lag am Montag, 15. März, bei 95,7. Am Dienstag meldete das LGA dann auch einen Inzidenzwert von 102.

Sobald die Marke den Wert von 100 überschreitet, passiert erst einmal: nichts. Sollte der Wert allerdings drei Tage in Folge überschritten werden, wie es jetzt immer wahrscheinlicher wird, muss das Landratsamt handeln, indem es diese Überschreitung zunächst öffentlich bekannt macht. Am zweiten Werktag nach der Bekanntmachung treten dann wieder schärfere Regeln in Kraft, wie Marlene Pellhammer, Pressesprecherin des Landratsamts, erläutert.

Was passiert mit den Grundschulen?

Einen Automatismus, dass Grundschulen, an denen momentan Präsenzunterricht stattfindet, bei einem Inzidenzwert über 100 wieder zum rein digitalen Unterricht zurückkehren, gibt es nicht. Es bleibe die Grundintention des Kultusministeriums, Schulen und Bildungseinrichtungen zu öffnen und auch geöffnet zu halten, schreibt Fabian Schmidt, Pressesprecher des Ministeriums. „Denn geschlossene Schulen über einen längeren Zeitraum haben immense Folgeschäden für die soziale und psychologische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.“

Allerdings räume die Corona-Verordnung den Behörden vor Ort die Möglichkeit ein, bei stark steigenden Infektionszahlen weitergehende Maßnahmen zu treffen. So könne also das Landratsamt Konstanz den Schulbetrieb im Kreis wieder einschränken, wie es etwa der Landkreis Schwäbisch-Hall getan habe.

Was passiert mit den Kitas?

Hier gelten dieselben Regeln wie bei den Schulen. Das heißt, Kindertagesstätten bleiben auch bei einer Inzidenz über 100 geöffnet, sofern der Landkreis Konstanz nicht selbst den Kita-Betrieb einschränkt.

Kindertagesstätten bleiben voraussichtlich geöffnet.
Kindertagesstätten bleiben voraussichtlich geöffnet. | Bild: Oliver Hanser

Was passiert im Einzelhandel?

Die Überschreitung der 100er-Inzidenz führe nicht zu einer erneuten Einschränkung des Sortiments, erläutert Marlene Pellhammer auf Nachfrage des SÜDKURIER. Eingeschränkt werde aber die Art und Weise der Öffnung. Die meisten Einzelhändler wie Boutiquen, Bekleidungs-, Schuh- oder Spielwarengeschäfte dürften dann nur noch „click and collect“ anbieten. Das bedeutet, dass Kunden anrufen oder digital eine Ware bestellen und sie an einer Stelle vor dem Geschäft abholen können, wie es bereits vor dem 7. März möglich war. Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Drogerien bleiben wie während des Lockdowns geöffnet. Hinzu kommen Blumen- und Buchhandlungen, Bau- und Gartenmärkte sowie Babyfachhandlungen, die inzwischen ebenfalls unabhängig vom Inzidenzwert geöffnet bleiben dürfen.

Was passiert mit privaten Kontakten?

Sie werden auf das Maß zurückgenommen, das vor dem 7. März zulässig war. Jeder Haushalt darf sich mit einer Person aus einem anderen Haushalt treffen, nicht mehr, wie im Moment, mit allen Personen eines weiteren Haushalts. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit.

Was passiert mit Kultur und Sport?

Steigt der Inzidenzwert im Landkreis über 100, werden auch Kultur- und Sportmöglichkeiten wieder reduziert. Laut Corona-Verordnung müssen Museen, Galerien und Zoos wieder schließen. Kontaktarmer Gruppensport ist dann ebenfalls nicht mehr möglich. Es gelten die verschärften Kontaktbeschränkungen, joggen ist zum Beispiel nur mit einer Person aus einem anderen Haushalt erlaubt.