Der Tod ist nie leicht zu verkraften. Die Trauer um einen Menschen kann Hinterbliebene schwer treffen. Besonders, wenn sie sich nicht verabschieden können. „Das ist das Schlimmste für Trauerende: Wenn Sie sich bei Beerdigungen nicht in die Arme nehmen oder gar nicht erst kommen können. In der Corona-Zeit war das leider oft der Fall. Das hat wirklich Not bei einigen Menschen ausgelöst“, sagt Irmgard Schellhammer.

Sie weiß, wovon sie spricht. Sie ist die Vorsitzende des Hospizvereins Singen. Das darf sich nicht wiederholen, findet sich.

Einrichtungen haben Netzwerk gebildet

Um diese Menschen auf ihrem schweren Weg zu begleiten, haben sich im Landkreis Konstanz viele Einrichtungen in einem Netzwerk zusammengefunden. Sie haben als Trauernetzwerk-Hegau-Bodensee nun eine Webseite eröffnet.

Darunter befinden sich die Hospizvereine Konstanz, Radolfzell, Singen (Horizont), die Klinikseelsorge Singen, Konstanz, Radolfzell, die Seelsorger der Kirchengemeinden, das Kloster Hegne, die Psychologische Beratungsstelle Bodensee und die Praxis von Ulrike Traub (Praxis für Beratung und Bildung). Ihr Motto stellen sie bei einer Pressekonferenz vor: Zwischen Himmel, Bodensee und Hegau.

Angebote nun gebündelt sichtbar

Waltraud Reichle von der Klinikseelsorge in den Hegau-Bodensee-Kliniken (HBK) in Singen ist froh, dass es nun das Trauernetzwerk gibt. „Viele Hinterbliebene fragen sich: Wie kann es nach dem Tod weitergehen. Das Angebot für Trauernde ist jetzt für den Landkreis Konstanz gebündelt sichtbar. Das ist durch die Homepage gesichert“, sagt die Trauerexpertin.

Das sei wichtig. Denn seit der Corona-Pandemie ist trauern schwierig geworden. Davon berichtet Schellhammer. „Wir haben zwei düstere Jahre in der Trauerbegleitung hinter uns. Offene Trauergruppen konnten nicht mehr stattfinden. Dafür hat die Trauerbegleitung für Einzelpersonen zugenommen“, sagt sie.

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Dabei sei der Bedarf an Trauerbegleitung in der Corona-Zeit generell deutlich gestiegen. „Wir bekommen mehr Anfragen als vor Corona“, sagt Schellhammer. Das bestätigt auch Petra Hinderer vom Hospizverein Konstanz. „Mehr Menschen sind verstört und haben Angst“, erzählt sie aus ihrer Erfahrung. Das betreffe auch Kinder.

Netzwerk will für jeden da sein

Karl Seiler von der Diözesanstelle Bodensee-Hohenzollern in Freiburg ist der verantwortlich für die Webseite. Er sagt, dass es ihm wichtig ist, für Trauerende auch ein niederschwelliges Angebot bieten zu können.

„Die Seite hat eine sehr einfache Struktur. Es ist nur eine Seite. Oben stehen die Einrichtungen, darunter die regelmäßigen Angebote, wo keine Anmeldung erforderlich ist. Wieder etwas darunter sind dann die Angebote für Trauerende, für die man eine Anmeldung braucht“, erklärt er und betont noch: „Wir sind für jeden Menschen da. Egal welcher Konfession.“

Mehr Informationen im Internet unter: www.trauernetz-hegau-bodensee.de