Selbst die „Königsdisziplin Videokonferenzen“ habe man sich zu Nutze gemacht, scherzt Bernd Eberwein, Vorsitzender des KSR, bei der gestrigen Sitzung des Seniorenrates. Ein Lachen raunt durch das Plenum des großen Sitzungssaals des Landratsamtes. Dort tagen die Senioren zum ersten mal wieder seit Februar.

Patientenverfügung wegen Corona ergänzt

In den vergangenen sechs Monaten haben die Senioren viel erreicht. Bestes Beispiel: Eine Arbeitsgruppe des Rates hat eine Covid-19-Ergänzung zur Patientenverfügung erarbeitet. „Normalerweise wird in einer Patientenverfügung festgelegt, ob man im Falle der Fälle künstlich beatmet werden möchte. Lehnt man das ab, kann das bei einer Covid-19-Erkrankung wie ein Boomrang wirken“, sagt Eberwein.

Bernd Eberwein, Vorsitzender des Kreisseniorenrats: „Ältere Menschen engagieren sich oft in Krankenhäusern, Nachbarschaftshilfen und sozialen Organisationen. Diese Menschen sind systemrelevant.“
Bernd Eberwein, Vorsitzender des Kreisseniorenrats: „Ältere Menschen engagieren sich oft in Krankenhäusern, Nachbarschaftshilfen und sozialen Organisationen. Diese Menschen sind systemrelevant.“ | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Viele Senioren nicken zustimmend. „Deshalb haben wir eine Ergänzung zur Patientenverfügung erstellt“, erklärt er. In dieser Ergänzung steht, dass man im Fall einer Covid-19-Erkrankung beatmet wird. „Die künstliche Beatmung kann letztlich das Überleben ermöglichen“, sagt Eberwein. Ob die Erkrankten hinterher wieder völlig gesund werden, stehe auch einem anderem Blatt. „Aber sie können überleben“, ergänzt er.

Broschüre fasst die Ziele des Seniorenrats zusammen

Aber nicht nur mit Patientenverfügungen hat sich der KSR beschäftigt. Auch mit den Themen Rente, medizinische Versorgung, ÖPNV und Pflege haben sie sich befasst. In einer Broschüre, die den Titel trägt „Arbeitsergebnisse – Berichte – Impulse – Ziele aus den Arbeitsgruppen der KSR Denkfabrik“, ist das zusammengefasst. „Wir haben uns bewusst Ziele gesetzt, aber auch Perspektiven aufgeschrieben“, sagt Eberwein. Alle sind sich einig: In die Politik müsse mehr Bewegung kommen; aber auch in die Bevölkerung. Die Solidarität müsse gestärkt werden. „Ältere Menschen engagieren sich oft in Krankenhäusern, Nachbarschaftshilfen und sozialen Organisationen. Diese Menschen sind systemrelevant“, erklärt er.

Die Broschüre ist erhältlich im Büro des Kreisseniorenrates im Landratsamt, Tel: (0 75 31) 800 17 87, Mail: ksr@landkreis-konstanz.de