Beamte der Bundespolizeiinspektion Konstanz haben am zweiten Januarwochenende gleich fünf Festnahmen vorgenommen. Dabei ließen sie Fünfe gerade sein, denn vier Personen konnten die drohende Haftstrafe abwenden. Für einen 31-Jährigen endete die Begegnung mit den Polizisten dagegen im Konstanzer Gefängnis.

Zuhause überrascht

Am Freitagmorgen, 13. Januar, überraschten Zivilfahnder zunächst einen Mann an seinem Wohnsitz, der seit einigen Wochen per Vorführungsbefehl durch die Staatsanwaltschaft Mannheim gesucht wurde. Das Amtsgericht Schwetzingen hatte den 41-jährigen Iraker Anfang 2020 wegen unerlaubter Einreise zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Zahlung der noch offenen Gesamtsumme von rund 150 Euro bewahrte ihn schließlich vor einem drohenden Gefängnisaufenthalt.

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Am Abend desselben Tages stießen Bundespolizisten bei der Kontrolle eines Reisebusses am Grenzübergang Konstanz–Autobahn auf einen Mann, den die Staatsanwaltschaft Freiburg suchte. Grund: Das Amtsgericht Lörrach hatte ihn im Sommer 2020 rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 250 Euro verurteilt, die noch nicht beglichen war. Auch hier ging es um unerlaubten Aufenthalt – auch der 27-Jährige zahlte und durfte weiterreisen.

Drei Festnahmen am Sonntag

Am Sonntagabend, 15. Januar, kam es dann innerhalb von drei Stunden zu drei weiteren Festnahmen. Am Bahnhof in Singen ging einer Streife ein Mann ins Netz, nach dem die Staatsanwaltschaft Konstanz seit rund sieben Monaten wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte suchte.

Das Amtsgericht Singen hatte den 31-Jährigen zu einer Geldstrafe verurteilt. Zahlen konnte er auch am Sonntag nicht, weshalb er nun ersatzweise für 89 Tage im Gefängnis bleiben muss.

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Wenig später stellte eine Streife am Grenzübergang Konstanz–Autobahn eine Frau in einem Reisebus fest, gegen die ein offener Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Hof vorlag. Hintergrund war ein rechtskräftiger Beschluss des Amtsgerichts Hof vom September 2022 wegen eines Verstoßes gegen das Ordnungswidrigkeitengesetz. Durch Zahlung der noch offenen Geldbuße von 250 Euro konnte die 45-Jährige der drohenden Erzwingungshaft entgehen.

Im Regionalzug erwischt

Ein fast zeitgleich in einem Regionalexpress auf der Strecke von Ulm nach Friedrichshafen kontrollierter syrischer Staatsangehöriger wendete die drohende Gefängnisstrafe ebenfalls ab. Der 23-Jährige zahlte seine Geldstrafe von 200 Euro, die ihm vom Amtsgericht Singen aufgebrummt worden war und die er bisher nicht beglichen hatte.