Es gibt positive Signale: „Die Inzidenz ist gesunken, wir liegen wieder unter 400“, sagt Landrat Zeno Danner in der wöchentlichen Corona-Konferenz, „das stimmt uns hoffnungsfroh“. Allerdings gebe es einen Meldeverzug zwischen der Analyse der Labore und dem Landratsamt – dadurch könne es sein, dass die Inzidenz wieder ansteige.

Die Lage in den Kliniken

Die Situation in den Krankenhäusern des Kreises ist weiter angespannt. In Konstanz werden laut Ivo Quack, Leiter der zentralen Notaufnahme, acht Patienten stationär behandelt, davon drei auf der Intensivstation. „Alle haben einen schweren Verlauf“, sagt Quack. „Wir werden auch Patienten aus Singen übernehmen.“ An den HBK-Kliniken Singen und Radolfzell ist die Lage dramatischer. 50 Covid-19-Patienten werden dort behandelt, auf der Singener Intensivstation liegen zehn Patienten, neun seien ungeimpft, sieben werden beatmet, wie Frank Hinder, ärztlicher Direktor, berichtet. Elf Covid-19-Patienten seien auf der Normalstation. In Radolfzell werden 29 Patienten behandelt, 14 davon mit gesicherter Diagnose.

Erkranken auch Kinder schwer an Covid-19?

Es gebe vereinzelt Fälle von an Covid-19 erkrankten Kindern, die in der Kinderklinik aufgenommen werden, berichtet Ivo Quack. Allerdings seien Atemwegserkrankungen, die durch das RSV-Virus ausgelöst werden, bei Kindern das größere Problem. Die Verläufe bei Covid-19 seien bei Kindern oft harmlos. „Aus Südafrika ist bekannt, dass die Omikron-Variante Babys und bis Vierjährige betrifft“, sagt Ivo Quack. Deshalb sei aktuell erhöhte Vorsicht geboten.

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Wo können Kinder geimpft werden?

In der Regel können Kinder ab sofort in den Kinderarztpraxen geimpft werden. Der Landkreis will aber auch ein Angebot machen, dass Kinder künftig auch an den Impfstützpunkten geimpft werden können. Noch fehlt der Kinder-Impfstoff von Biontech, die Lieferung werde in diesen Tagen erwartet, sagt Danner.

Variante Omikron

Die gefürchtete Omikron-Variante ist im Landkreis noch nicht nachgewiesen worden, sagt Danner. Das sei aber kein Grund für Erleichterung – denn noch könne sie kaum erkannt werden. Da die Delta-Variante so dominant ist, wurden in der Vergangenheit Abstriche für PCR-Tests nicht mehr sequenziert. Inzwischen finde die Sequenzierung wieder statt, erläutert Hannes Winterer, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamts. Fünf bis zehn Prozent der positiven Corona-Tests würden untersucht. Eine andere Methode, Target-PCR, erkenne ebenfalls unterschiedliche Varianten. Voraussichtlich könnten die Labore im Kreis diese Methode in Kürze hinsichtlich der Omikron-Variante anwenden.

Was ändert sich durch Omikron?

Einiges, sofern jemand daran erkrankt. Kontaktpersonen des Erkrankten müssen nun wieder in Quarantäne, auch wenn sie geimpft sind. Aktuell müssen nur ungeimpfte Kontaktpersonen in Quarantäne. Man könne sich auch nicht mehr „freitesten“ lassen. Danner räumt aber ein, dass es aktuell gar nicht möglich sei, klar zu unterscheiden, an welcher Variante eine Person erkrankt sei. Es wäre noch nicht praktikabel, diese Regel auch zu sanktionieren.