Das Bildungsangebot könnte schrumpfen, darauf wies Martin Pohlmann-Strakhof in einer Stellungsnahme hin. Er ist der geschäftsführende Leiter der beruflichen Schulen im Landkreis.

Pohlmann-Strakhof rechnet damit, dass bald weniger Schüler an die Oberstufen der beruflichen Gymnasien der Zeppelin-Gewerbeschule und der Wessenbergschule wechseln. Denn in Konstanz läuft die Theodor-Heuss-Realschule aus.

Profil Mechatronik kommt in Gefahr

An deren Standort am Zähringerplatz kommt die zweite Gemeinschaftsschule. Vom „Theo“, wie die Schule in Konstanz genannt wird, wechselten bisher immer mehr Schüler an die beruflichen Schulen als von der schon bestehenden Gemeinschaftsschule, so Pohlmann-Strakhof. Das könnte das Aus für das sowieso schon wenig nachgefragte Profil Mechatronik am Technischen Gymnasium der Zeppelin-Gewerbeschule sein.

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Die Kreisverwaltung war unter dem Strich zu dem Schluss gekommen, dass die Auswirkungen gering blieben. Dieser Meinung schloss sich die Mehrheit des Schulausschusses bei fünf Enthaltungen und zwei Gegenstimmen an.

Schulen sollten über zeitgemäße Angebote beraten

Kritik kam von Vertretern der Freien Wähler. Sie wünschten sich eine Entwicklung, die die Berufsschulen stärke und nicht schwäche. Siegfried Lehmann (Grüne) sagte dagegen: Eine gewisse Konkurrenz würde zwar entstehen, aber es hänge von der Attraktivität der Profile und Bildungsgänge ab, ob diese gewählt werden.

Die Berufsschulen müssten intern beraten, ob die Angebote noch den Nerv der Zeit treffen. Grundsätzlich sei festzustellen: Die Eltern wollten die Gemeinschaftsschule. Dementsprechend seien wohnortnah Angebote zu schaffen.

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Dies sagte auch Wolfgang Müller-Fehrenbach. Er mahnte, nicht in bildungspolitische Kämpfe zu verfallen. Der Christdemokrat geht davon aus, mit der weiteren Gemeinschaftsschule werde die Attraktivität des Bildungsstandorts Konstanz steigen, ohne dass dies die Berufsschulen beeinträchtige.

Wahlverhalten der Eltern wandelt sich

Auch Zahide Sarikas (SPD) brach eine Lanze für die Gemeinschaftsschule. „Konstanz braucht die zweite Gemeinschaftsschule. Wir dürfen jetzt keinen Rückschritt machen.“ Seitens des Landratsamts hieß es, die Geburtenzahlen stiegen und das Wahlverhalten der Eltern wandle sich stetig. Das Profil Mechatronik habe schon heute Probleme.

Die neue Konstanzer Gemeinschaftsschule soll drei Züge bekommen, die bestehende Gemeinschaftsschule nur mehr fünf statt der heutigen sechs. Unter dem Strich hätte Konstanz dann also zwei zusätzliche Züge an Gemeinschaftsschulen.

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