Auf diese Nachricht haben Badefreunde gewartet: Ab dem 6. Juni dürfen Freibäder in Baden-Württemberg unter strengen Hygienevorgaben und mit einem detaillierten Betriebskonzept wieder öffnen – so heißt es in einer Ankündigung der Landesregierung. Da eine konkrete Verordnung bisher aber noch aussteht, warten die Kommunen in den umliegenden Orten mit der Umsetzung noch ab. Sicher ist aber, dass die Freibäder in Singen, Hilzingen, Gottmadingen und Rielasingen-Worblingen am Samstag nicht öffnen werden.

Bürgermeister Holger Mayer aus Hilzingen spricht für alle Kommunen, wenn er sagt: „Wir arbeiten unter Hochdruck an einem Konzept, aber wir wissen noch nicht, wie genau die Verordnung aussehen wird.“ Jedes Bad müsse die Vorgaben den jeweiligen Gegebenheiten entsprechend umsetzen. „Das ist für die Bäder eine große personelle und organisatorische Herausforderung.“ Zudem kommt für Holger Mayer hinzu, dass neue Verordnungen von heute auf morgen gelten: „Von einem Tag auf den anderen ist eine Umsetzung gar nicht möglich“, sagt er.

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In Gottmadingen wird das Freibad hergerichtet, alles Weitere sei ungewiss, sagt Andreas Ley. „Wir könnten ab dem 6. Juni öffnen, aber wie? Wir warten auf die Verordnung.“ Keiner wisse genau, was das Land hinter verschlossenen Türen ausbrüte. Fabian Wilhelmsen von Sport- und Bäderamt Singen kann sicher sagen, dass das Aachbad am Samstag noch nicht geöffnet wird: „Das kriegen wir nicht hin.“ Auch dort ist die Frage, wie die strengen Hygienevorgaben umgesetzt werden können, wobei jedes Bad selbst ein Konzept für sich erstellen müsse. Bei der Durchführung spielen auch die Gegebenheiten wie Größe der Wasserfläche und Liegewiese eine Rolle.

Das Freibad in Gottmadingen zu früheren Zeiten.
Das Freibad in Gottmadingen zu früheren Zeiten. | Bild: Tesche, Sabine

Bürgermeister Ralf Baumert aus Rielasingen-Worblingen gibt Einblick in die derzeitigen Hygienevorschriften. Darin heißt es unter anderem: Pro Person 15 Quadratmeter auf der Liegewiese, 6,5 im Schwimmbecken und drei Quadratmeter im Nichtschwimmerbecken. Dazu kommt die Zahl der Badegäste. Bezogen auf das Naturbade rechnet er vor: „Bei 1900 Quadratmeter Wasserfläche dürfen wir 290 Personen in den Wasserbereich lassen, um diese Vorgaben umzusetzen.“ Maximal ein Drittel der durchschnittlichen Besucherzahl der vergangenen Jahre dürfe ins Bad. Die Situation ist für ihn ein Ärgernis: „Die Empfehlung der Gesellschaft für Bäderwesen liegt vor, aber es fehlt die konkrete Verordnung der Landesregierung.“ Dazu gibt es noch gar keine Vorgaben für Naturbäder und auch Badeseen.

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Baumert bemängelt auch, dass die Entscheidung bei den Ländern liegt: „Jedes Bundesland setzt die Verordnungen anders um, das versteht doch keiner mehr.“ Die Freibäder in Baden-Württemberg sind noch im Wartestand, in manchen Ländern kann schon gebadet werden. Von kurzfristig angekündigten Neu-Verordnungen ist das Naturbad in Rielasingen besonders betroffen. Durch die biologische Aufbereitung des Frischwassers werden bis zu vier Wochen Vorlauf gebraucht, eine kurzfristige Öffnung sei gar nicht möglich.

„Wir können den Badebetrieb am 1. Juli öffnen“, kann Baumert zum derzeitigen Stand sagen. Mit steigenden Infektionszahlen könnten sich die Vorgaben aber täglich wieder ändern. Geplant ist, Buchung und Bezahlung der Tickets online abzuwickeln. Das sei keine ideale Lösung, sagt er und denkt an Spontanbesuche oder Badegäste, die wegen der begrenzten Personenzahl nicht eingelassen werden dürfen.

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