In der Wessenberg-Schule in Konstanz tragen noch alle Gesichtsmasken, obwohl die Maskenpflicht eigentlich ad acta gelegt ist. Allerdings müssen hierfür gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. „Es gibt zwei Bedingungen: Niedrige Inzidenzen und zwei Wochen lang kein Corona-Fall an der Schule“, erläutert Martin Pohlmann-Strakhof, Schulleiter der Wessenberg-Schule und geschäftsführender Leiter der beruflichen Schulen im Landkreis Konstanz.

Noch ist der jüngste Corona-Fall nicht lang her

Letztgenannter Punkt wird an der Wessenberg-Schule nicht erfüllt. Der jüngste Corona-Fall eines Schülers, der extern positiv getestet wurde, liegt elf Tage zurück. Wenn alles so bleibt, „dann kann ich ab Montag die Maskenpflicht im Unterricht aufheben; im Gebäude müssen aber weiter Masken getragen werden“, sagt Pohlmann-Strakhof.

Keine Maske – weniger Einschränkung

„Ich freue mich für die Schüler und Lehrer, dass sie nach so vielen Monaten mit Einschränkungen normaler arbeiten können. Es waren anstrengende Monate“, sagt Martin Pohlmann-Strakhof. Natürlich gebe es Diskussionen, gerade wegen der Delta-Variante. Aber der Schulleiter ist der Ansicht, dass man auf Masken im Unterricht verzichten kann. Erstens sei die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis unter zehn, zweitens werde an der Schule regelmäßig getestet und drittens sei das Lüften der Klassenzimmer im Sommer gar kein Problem.

„Man kann zurückrudern“

Sollten die Inzidenzen wieder steigen, „kann man schnell zurückrudern“, so Martin Pohlmann-Strakhof. Für sich persönlich hat er entschieden, weiterhin Maske zu tragen, wenn der Abstand weniger als 1,5 Meter betrage.

Schüler sind erleichtert

An das Tragen einer Maske hat sich Schülerin Claudia Gimbel (20) – sie macht eine Ausbildung als Kauffrau für Büromanagement – gewöhnt. „Aber ich bin froh, dass ich die OP-Maske tragen darf. Mit der FFP2-Maske habe ich das Gefühl, ich bekomme zu wenig Luft.“ Sie hofft, dass trotz der Lockerungen „es nicht endet wie 2020“. „Ich werde die Maske im Gebäude weiterhin tragen. Zur Sicherheit für mich und andere“, sagt sie. Ein bisschen erleichtert ist Gimbel, weil sie die Erstimpfung bekommen hat. „Ich wollte unbedingt geimpft werden, weil ich noch bei meiner Oma wohne.“ Sie ist sich ihrer Verantwortung bewusst.

Claudia Gimbel (20), Auszubildende Kauffrau für Büromanagement.
Claudia Gimbel (20), Auszubildende Kauffrau für Büromanagement. | Bild: Aurelia Scherrer

Menschenmengen sind auch für ihren Klassenkameraden Emre Er (32) tabu. „Auf ein Festival würde ich nicht gehen“, meint er, obwohl er schon seine Zweitimpfung bekommen hat. Dass die Maskenpflicht aufgehoben werde, erleichtert ihn, gerade an heißen Tagen. „Es ist sehr anstrengend im Unterricht. Ich freue mich, denn in gewisser Weise ist das ein Befreiungsschlag.“

Emre Er (32), Auszubildender Kaufmann für Büromanagement.
Emre Er (32), Auszubildender Kaufmann für Büromanagement. | Bild: Aurelia Scherrer
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Auch anderswo herrscht Erleichterung: Laura Zieger, Schülerin am Friedrich-Wöhler-Gymnasium Singen, ist ebenfalls froh über das Ende der Maskenpflicht. „Vom langen Tragen bekam ich Kopfschmerzen und man musste wesentlich lauter mit den Lehrern sprechen“, sagt sie.

Laura Zieger ist Schülerin am Friedrich-Wöhler-Gymnasium in Singen.
Laura Zieger ist Schülerin am Friedrich-Wöhler-Gymnasium in Singen. | Bild: Philipp Zieger

Am Stockacher Nellenburg-Gymnasium ist das nicht anders: „Es tut gut und befreit, ich kann mich besser konzentrieren. Alles ist wieder persönlicher“, sagt Jelena Emmerich, 15 Jahre. Dem Impfen stehe sie positiv gegenüber. Danach sei es möglich, wieder ohne Sorge Freunde und Verwandte besuchen zu können. „Ich möchte mich sobald wie möglich impfen lassen“, betont die 15-Jährige.

Jelena Emmerich ist Schülerin am Stockacher Nellenburg-Gymnasium.
Jelena Emmerich ist Schülerin am Stockacher Nellenburg-Gymnasium. | Bild: Claudia Ladwig