Es ist höchste Zeit, zu handeln. Dieses Mantra trägt die Fridays-for-future-Bewegung von Demo zu Demo. Jetzt, kurz vor der Bundestagswahl, wollen die jungen Aktivisten darauf aufmerksam machen, dass es nicht gleichgültig ist, wer Deutschland in den kommenden vier Jahren regiert – und wie die Regierung handelt.

„In den nächsten drei Jahren müssen die CO2-Werte anfangen zu sinken“, sagt Frida Mühlhoff, von Anfang an bei der Bewegung aktiv. „Wie die nächste Bundesregierung vorgeht, ist entscheidend“. Und, dass die Klimapolitik der aktuellen Regierung nicht zu den Klimazielen des Pariser Abkommens passe.

Zwischenziel nur wegen der Pandemie erreicht

„Im Jahr 2020 ist das Zwischenziel nur wegen der Pandemie erreicht worden, weil Teile des Verkehrs reduziert waren und die Industrie weniger produzierte“, ergänzt die Schülerin. Die Aktivisten wünschen sich nun, dass alle, die wahlberechtigt sind, beim Wählen auch an die Klimaziele denken. Schließlich seien viele, auch sie selbst, die direkt von der Klimakrise betroffen sein werden, im Moment noch gar nicht wahlberechtigt, sagt Mühlhoff.

Kein Parteiprogramm erreicht die Klimaziele

Dabei wird die Entscheidung den Wählern gar nicht so leicht fallen. Kein Parteiprogramm würde nach jetzigem Stand die Klimaziele erreichen, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung untersucht. „Alle Parteien müssten also nachbessern, sollten sie an die Regierung kommen“, sagt Frida Mühlhoff.

Ganz optimistisch ist sie, was die Beteiligung anbelangt. „Ich habe ein gutes Gefühl, ich glaube, es wird etwas Größeres.“ Die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz habe das Thema nochmals ins Bewusstsein der Menschen gerückt. Zudem würden die Aktivisten von einigen Konstanzer Unternehmen, dem Theater Konstanz und verschiedenen Organisationen unterstützt.

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Der Demonstrationszug startet in Konstanz um 11:30 Uhr am Herosepark und zieht durch die Innenstadt Richtung Stadtgarten. Dort findet um 13 Uhr die Abschlusskundgebung statt. Die Aktivisten rufen Arbeitnehmer dazu auf, einen Teil ihrer Mittagspause dafür zu verwenden, zumindest an der Abschlusskundgebung teilzunehmen, wenn sie am Freitag arbeiten müssen.