Was viele Eltern, Schüler und jüngere Kinder befürchteten, ist nun eingetreten: Da die Sieben-Tages-Inzidenz am Dienstag weiterhin einen Wert jenseits der 165 anzeigte, wird es ab Freitag an den Schulen keinen Präsenzunterricht mehr geben, in den Kitas nur noch die Notbetreuung. Der vom RKI gemeldete Wert lag am Sonntag bei 184,4, am Montag bei 191,8, für Dienstag bei 170,1.

Landrat Zeno Danner sagte am Dienstag, dass das Landratsamt die Ankündigung der Schulschließungen am Mittwoch vermelde, wenn der Inzidenzwert von Dienstag amtlich sei. Nun bleibt den Schulen und Kindertagesstätten ein Tag, der Donnerstag, um Lehrer, Erzieher, Schüler und Kinder auf die Schließung ab Freitag vorzubereiten.

Was bedeutet das konkret für Schüler, Kinder und Eltern?

Ab Freitag stellen in diesem Fall die Schulen wieder auf reinen digitalen Unterricht um, die Kindertagesstätten bieten lediglich eine Notbetreuung für Kinder an, deren Eltern im Beruf – auch im Homeoffice – unabkömmlich sind. Die meisten Schüler hatten nur ein kurzes Intermezzo im Präsenzunterricht: Nachdem zunächst nur die jüngeren Schüler an die Schulen zurückkehrten, war dies zuletzt für alle möglich, jedoch nur in halber Klassenstärke und daher im Wechsel von Online- und Präsenzphasen.

Wann können Schulen und Kitas ihren Präsenzbetrieb wieder aufnehmen?

Zum Normalbetrieb kehren die Einrichtungen laut Bundesverordnung zurück, wenn der Inzidenzwert an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 165 liegt.

Hat die gestiegene Inzidenz aktuell etwas mit den zurückliegenden Testtagen zu tun?

Das glaubt Landrat Zeno Danner nicht, zumindest sei das noch nicht in erheblichem Maße der Fall. In die Inzidenz von Montag und Dienstag fließen allenfalls die positiven Testergebnisse von Freitag bereits mit ein, da ein Schnelltest erst durch einen PCR-Test bestätigt werden muss. Die Ergebnisse der PCR-Tests aber liegen meist erst jetzt vor, die Inzidenz war aber bereits am Sonntag hoch. Bei etwa 100 positiv Getesteten im Kreis Konstanz könne in Folge der Testtage die Sieben-Tages-Inzidenz allerdings auch schnell mal auf etwa 250 steigen, glaubt Danner. „Deshalb ist es ja gut, dass wir die Infektionsketten unterbrochen haben.“ Etwa 80 Prozent der positiven Schnelltests seien im Ergebnis des PCR-Tests dann auch positiv.

Wie gut sind die Schulen auf die Situation vorbereitet?

Es handle sich um eine „unliebsame Routine“, sagt Jürgen Kaz, geschäftsführender Schulleiter der weiterführenden Schulen in Konstanz und Direktor des Humboldt-Gymnasiums. Die Umstellung auf den Online-Unterricht sei kein großes Problem. Das liege daran, dass die Schüler technisch gut ausgestattet seien und sehr gut mitmachten. Bisher hatte man die Klassen in halbe Klassen aufgeteilt, so, „dass jede Halbklasse mal eine Woche im Haus war“, sagt Kaz. Für die Schüler sei es sehr schade, „da sie diejenigen sind, die ein hohes Maß an Verantwortung übernehmen.“ Gerade jetzt seien die Schulen in der Phase der Reintegration gewesen.

Wie ist die Lage in den Kindertagesstätten?

Dort entwickeln im Moment Gemeinden, Kita-Leitungen und die jeweiligen Gesamtelternbeiräte eine mögliche Test-Strategie. Die Details variieren je nach Gemeinde geringfügig. Die meisten haben sich jedoch bereits auf Lolly- oder Lutschtests geeinigt, die für Kinder schonender sind als ein Nasenabstrich. Zudem sollen die Tests für Kita-Kinder freiwillig sein, so die bisherigen Planungen. Diese werden durch die voraussichtlichen Schließungen erst deutlich später umgesetzt.