Zeno Danner (40) ist der Mann, der ab dem 1. Mai als Nachfolger von Frank Hämmerle an der Spitze des Landratsamts Konstanz stehen wird. Bei der Wahlsitzung des Kreistages erhielt er im 1. Wahlgang 36 Stimmen – und damit eine mehr als für die erforderliche absolute Mehrheit benötigt. Die 68 Kreisräte nahmen vollzählig an der Wahl teil. Zeno Danner wird damit von seiner bisherigen Wirkungstätte als Erster Landesbeamter beim Landratsamt Calw nach Konstanz wechseln. Sein Kontrahent Dirk Schaible (49), Bürgermeister der Stadt Freiberg am Neckar, bekam 31 Stimmen, ein Kreisrat enthielt sich.

Vor der Wahl hatten die beiden Kandidaten noch einmal jeweils 20 Minuten Zeit, für sich zu werben. Außerdem hatten die Kreisräte die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Nachdem sich die Kreisräte zur letzten Beratung zurückgezogen hatten, schritten sie einzeln zur geheimen Wahl. Das gesamte Prozedere dauerte von 15.30 bis 17.44 Uhr. Landrat Frank Hämmerle und der unterlegene Konkurrent gratulierten dem Wahlsieger.

Die Vorgeschichte der Wahl

Der amtierende Landrat Frank Hämmerle hatte offiziell am 22. Oktober 2018 den Stein ins Rollen gebracht. Damals erklärte er in einer Kreistagssitzung, dass er sein Amt mit Ablauf des 30. April 2019 zur Verfügung stellen wird. Zu diesem Zeitpunkt waren mit dem Regierungspräsidium bereits alle rechtlichen Fragen zu dem vorzeitigen Ausscheiden Hämmerles geklärt. Seine eigentliche Amtszeit hätte noch bis zum August 2020 gedauert, dann wird er 68 Jahre alt und erreicht das gesetzliche Pensionsalter eines Landrats. Hämmerle trat seinen Posten als Landrat im Oktober 1997 an.

Wahltag: Der Konstanzer Kreistag trifft sich zur Wahl des neuen Landrats.
Wahltag: Der Konstanzer Kreistag trifft sich zur Wahl des neuen Landrats. | Bild: Brunhöber, Eike

Zentraler Punkt des überraschenden Rücktritts war die nahende Kommunalwahl am 26. Mai. Frank Hämmerle wollte die Wahl seines Nachfolgers nicht einem Gremium überlassen, dessen Zusammensetzung sich noch nicht absehen lässt. Nicht nur Hämmerle und das im Kreistag dominierende bürgerliche Lager trieb die Sorge vor populistischen Kräften wie der AfD um.

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In der Folge seines Rücktritts begannen die Spekulationen um einen möglichen Nachfolger aus dem Landkreis. Im Gespräch waren die Oberbürgermeister von Konstanz, Uli Burchardt, und Singen, Bernd Häusler (beide CDU). Doch beide machten bald deutlich, dass sie nicht antreten wollten. In der Folge gab es mehrere Bewerbungen, doch letztlich blieben nur Zeno Danner und Dirk Schaible im Rennen.

Die Kontrahenten legten bei ihren Vorstellungsterminen einen ausgeprägt freundlichen Umgang miteinander und viele Übereinstimmungen an den Tag.