Wie sicher lebt es sich im Landkreis Konstanz? Der Kreistag hat in dieser Frage Vertreter der Polizei zu Rate gezogen. Gerold Sigg, der kommissarische Leiter des Polizeipräsidiums Konstanz, nutzte seinen Vortrag, um vor eilfertiger Panikmache zu warnen. Man sei zufrieden mit der stabilen Entwicklung der Kriminalitätsstatistik angesichts der starken Veränderungen in der Welt. Die Zahl der Straftaten im Landkreis Konstanz blieb 2017 mit 16 606 Delikten in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs. Aber die Aufklärungsquote sei gestiegen und die Zahl der Wohnungseinbrüche war rückläufig, ebenso wie die Straßenkriminalität. Die Tatsache, dass die Rauschgiftkriminalität einen Anstieg um 43 Prozent verzeichnet habe, war nach Darstellung des Präsidiumschefs der Tatsache geschuldet, dass die Polizei ihre Fahndungs- und Ermittlungsaktivitäten intensiviert habe.

"Bei uns kann man sicher leben"

Und müssen sich Frauen vor Überfällen fürchten? "Man kann sich im Landkreis als Frau sicher bewegen. Ich habe keine Veranlassung zu sagen, dass bestimmte Bereiche zu meiden sind. Bei uns kann man sicher leben", so führte Sigg aus. Von 7474 Tatverdächtigen im Landkreis Konstanz im vergangenen Jahr waren laut Statistik der Polizei 2730 Personen Nichtdeutsche, davon wiederum 547 Flüchtlinge. Der kommissarische Polizeipräsident ging auch auf die Personalsituation bei der Landespolizei ein. Demnach wechseln bis 2020/21 zahlreiche Beamte in den Ruhestand. Von den Neueinstellungen junger Kräfte profitiere die Landespolizei allerdings erst richtig ab 2021/22. "Die Tischdecke ist kleiner als der Tisch", sagte Sigg vor dem Kreistag.

Weniger unerlaubt eingereiste Flüchtlinge

Der Konstanzer Inspektionsleiter Stephan Nagler stellte beim Sicherheitsgespräch im Kreistag die Bilanz der Bundespolizei vor, die für den Grenzschutz und für bahnpolizeiliche Aufgaben in einem 6000 Quadratkilometer großen Gebiet zuständig ist. Nagler wies darauf hin, dass entlang der Schweizer Grenze die Zahl der Aufgriffe unerlaubt eingereister Flüchtlinge deutlich zurückgehe. So seien in diesem Jahr bis zum Juli entlang der Grenzlinie zwischen Konstanz und Basel 2169 Personen aufgegriffen worden, rund 27 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2017.