Es ist ein großes Versprechen, das Ralf Bendl gibt: „Die Zukunft des Busverkehrs soll rosiger werden.“ Der Leiter des Amts für Nahverkehr und Straßen des Landkreises Konstanz meint damit, dass die neuen Regionalverkehrsbusse, die ab dem 1. Januar 2020 durch die Region fahren, moderner, umweltfreundlicher seien und öfter fahren sollen. Dass die Zukunft rosiger wird, das kann man aber auch anders verstehen. Im Idealfall verdient der Landkreis bei den Angeboten der Regionalbusse mit.

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Busse sollen öfter in ländlichen Gebieten fahren

Wie das? Die Antwort ist simpel: Bisher machte die Südbadenbus-Gesellschaft (SBG) eigenverantwortlich Beförderungsangebote und kassierte dafür auch die Fahrgeldeinnahmen. Künftig bestellt der Landkreis selbst bestimmte Leistungen, zum Beispiel eine höhere Taktung in ländlichen Gebieten. Dafür erhält der Landkreis einen Teil der Einnahmen. „Früher hat sie SBG das finanzielle Risiko getragen, wenn es zu wenig Fahrgäste gab. Ab 2020 trägt der Landkreis das Risiko“, erklärt Frank Dombrowski, stellvertretender Leiter des Amtes für Nahverkehr und Straßen im Landratsamt.

Der Landkreis investiert 100 Millionen Euro verteilt auf zehn Jahre in die neuen Regionalverbindungen. Dieser Investitionsbetrag werde hauptsächlich durch Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf erwirtschaftet, aber auch durch gesetzliche Zuschüsse, erklärt Dombrowski. Zusätzlich kämen direkt drei Millionen Euro pro Jahr aus der Kasse des Kreises.

2022 kann ein erster Kassensturz gemacht werden

Ein weiterer Faktor, der Verlust oder Gewinn beeinflussen könnte, seien gesetzlich Änderungen des EU-Rechts für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Das sei wahrscheinlich der Fall, prognostiziert Dombrowski. „Dann fällt die Rechnung wieder anders aus. Das müsste ebenfalls vom Zuschuss des Kreistages finanziert werden. Das wirkt sich dann negativ auf einen möglichen Gewinn aus“, erklärt Frank Dombrowski.

„Früher hat sie SBG das finanzielle Risiko getragen, wenn es zu wenig Fahrgäste gab. Ab 2020 trägt der Landkreis das Risiko.“
Frank Dombrowski, stellvertretender Amtsleiter Nahverkehr und Straßen des Landkreises Konstanz

Ein weiterer Faktor, der Verlust oder Gewinn beeinflussen könnte, seien gesetzlich Änderungen des EU-Rechts für den Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Das sei wahrscheinlich der Fall, prognostiziert Dombrowski. „Dann fällt die Rechnung wieder anders aus. Das müsste ebenfalls vom Zuschuss des Kreistages finanziert werden. Das wirkt sich dann negativ auf einen möglichen Gewinn aus“, erklärt er.

Was passiert, wenn mehr erwirtschaftet wird?

Was aber, wenn die Fahrgastzahlen steigen und man schon bald einen Gewinn erzielen kann? Was passiert dann mit dem Überschuss? „Der Gewinn bleibt dem Kreislauf ÖPNV erhalten“, sagt Dombrowski. Das Geld werde dann für Verbesserungen genutzt. „Man könnte zum Beispiel überlegen, ob man das Seehäsle zwischen Radolfzell und Stockach länger fahren lässt“, sagt Dombrowski.