Es ist der Albtraum jedes Partygastes – und Daniel H. hat ihn erlebt. Mitten in der Feier kommen ungebetene Gäste, provozieren und pöbeln und schlagen schließlich auf vier Partygäste ein. Passiert ist das bei einer privaten Feier in der Nähe des Stockacher Ortsteils Zizenhausen im Landkreis Konstanz.

Eigentlich eine beschauliche Kleinstadt mit etwa 18.000 Einwohnern – und da sind die eingemeindeten Dörfer schon mitgezählt. Der Polizeibericht weist hier meistens Verkehrsunfälle, weniger bedeutende Sachbeschädigungen oder kleinere Streitereien mit Körperverletzung aus – Dinge, die es überall geben könnte.

Es kommt zur Prügelei

Doch im November 2017 passiert das Ungewöhnliche: Zweimal bekommen die jungen Partygäste in der Nähe von Zizenhausen an diesem Abend unangenehmen Besuch. Von Anfang an verbreiten die ungebetenen Gäste aggressive Stimmung, pöbeln herum. Zunächst hätten sie den Ort zwar wieder verlassen, erzählt Daniel H. – allerdings nicht auf Dauer.

Später am Abend kommen etwa 20 von ihnen wieder, und dann geht es erst richtig los. Vier seiner Freunde, die ebenfalls bei der Party sind, wollen die Sache klären, erzählt Daniel H. Doch die Täter hätten von Anfang an die beiden Mädchen und die beiden Jungen, die sich ihnen entgegengestellt haben, beleidigt. Nach ein paar Minuten habe der erste angefangen zuzuschlagen, erinnert sich H. Es kommt zur Prügelei.

Da die feiernden Jugendlichen durch den ersten Besuch der ungebetenen Gäste bereits vorgewarnt sind, rufen sie rasch die Polizei – und die ist auch rasch zur Stelle. Die Hälfte der kriminellen Jugendlichen läuft schon beim Flackern des Blaulichts davon, erinnert sich H.

Doch die Beamten können einige aus der Gruppe festhalten – ein glücklicher Umstand, dem zu verdanken ist, dass die Gruppe, zu der die Polizei im engeren Kreis 21 Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren zählt, heute nicht mehr aktiv ist. Denn die Ermittlungen gipfeln in Hausdurchsuchungen kurz vor Weihnachten 2017. Die Beamten finden zahlreiche Waffen, auch Betäubungsmittelutensilien, wie es in der Polizeiprosa heißt – also Drogen und alles, was man zu ihrem Konsum braucht.

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25 Körperverletzungen, 17 Sachbeschädigungen, neun Beleidigungen

Etwa 100 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten werfen die Ermittlungsbehörden der Gruppe von Jugendlichen inzwischen vor. Staatsanwalt Andreas Mathy, der auch Pressesprecher der Konstanzer Staatsanwaltschaft ist, zählt 25 Körperverletzungen, 17 Sachbeschädigungen, neun Beleidigungen, neun Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie achtmal Diebstahl oder Unterschlagung auf.

Doch auf der Liste findet sich auch richtig starker Tobak, zum Beispiel eine räuberische Erpressung und drei Sexualdelikte. Bei Letzteren habe es allerdings Vorbeziehungen zwischen Täter und Opfer gegeben, sagen die Polizisten, es sei keine Frau einfach aus heiterem Himmel angegriffen worden.

Wie kann es so weit kommen – noch dazu in der beschaulichen Kleinstadt, in der kriminelle Jugendliche nicht zum Alltag gehören? Anhaltspunkte für die Entwicklung sind schwierig zu bekommen. „Wenn ich mit den Jugendlichen rede, höre ich, dass sie selbst keine Erklärung dafür haben“, sagt etwa Stadtjugendpfleger Frank Dei. Im Laufe der Zeit hätten die Taten eine Eigendynamik entwickelt, die die Jugendlichen auch selbst nicht mehr hätten aufhalten können, so Dei.

Das Team der Stadtjugendpflege ist schon relativ früh darauf aufmerksam geworden, dass sich unter den Jugendlichen eine schädliche Gruppendynamik bemerkbar macht. Man habe Sorge gehabt, dass sich einzelne Jugendliche in Richtung Intensivtäter entwickeln könnten – deswegen habe man im Herbst 2017 das Thema in einem Gemeinderatsausschuss öffentlich gemacht, auch wenn dies die Vertrauensbasis mit den Jugendlichen belastet habe.

Aufmerksamkeit über die Region hinaus

Denn im Unterschied zu Ermittlungsbehörden – beide Seiten bezeichnen ihre Zusammenarbeit übrigens als gut – wolle man in der Jugendarbeit mit den Jugendlichen in Beziehung treten. Die Betroffenen wissen nun, dass sie „Mist gebaut“ haben und dafür geradestehen müssen, so Dei. Doch gemeinsam wolle man nun auch daran arbeiten, dass solche Dinge in Zukunft nicht mehr passieren. Und Dei macht klar: „Diese Jugendlichen machen nicht nur Probleme, sie haben auch Probleme“ – in der Schule, im Ausbildungsbetrieb oder im Elternhaus.

Frank Dei ist Stadtjugendpfleger in Stockach.
Frank Dei ist Stadtjugendpfleger in Stockach. | Bild: Lukas Reinhardt

Eine Jugendgruppe, der etwa 100 Delikte vorgeworfen werden, hat Aufmerksamkeit über die Region hinaus erregt – und in sozialen Netzwerken. Beispielsweise auf Facebook fordert ein Nutzer, die Jugendstrafen zu verschärfen. Andere Nutzer schreiben, dass es auch früher schon Kriminalität gab. Und es kommt die Frage auf, was in solchen Familien schieflaufe. In manchen Antworten auf diesen Kommentar ist die Rede von dem Vertrauen, das die Jugendlichen erst einmal aufbauen müssten. Und es geht um falsche Freunde, an die junge Menschen geraten können.

Bei der Polizei hört man ebenfalls keine einfache Theorie über die Entstehung der kriminellen Gruppe. Doch in Richtung des Stichworts „falsche Freunde“ geht es auch hier: Ein vereinendes Merkmal bei den 21 Beschuldigten sei nämlich, dass die Kinder teilweise sich selbst überlassen gewesen seien: „In manchen Familien waren die Eltern häufig abwesend, und in solchen Fällen fand keine Erziehung statt“, so drückt es der Stockacher Revierleiter Gerhard Buchstab aus.

Von der Staatsangehörigkeit her seien die Beschuldigten alle Deutsche, sagt Patrick Merkle, der als Mitglied einer Ermittlungsgruppe der Polizei an vorderster Front ermittelt hat. Auch das zeigt, wie außergewöhnlich der Vorgang ist, denn Ermittlungsgruppen gebe es in Stockach nicht regelmäßig, so Buchstab.

Merkle ergänzt, dass viele Beschuldigte allerdings einen Migrationshintergrund hätten. Ein Verdacht, den Kommentatoren ebenfalls bei Facebook geäußert haben, nämlich dass es sich bei der Gruppe um Flüchtlinge handeln könnte, bestätigt sich somit nicht. Und Merkle erinnert sich daran, dass die Reaktionen der Eltern sehr unterschiedlich ausgefallen seien, als sie davon erfahren haben, was die Polizei ihren Söhnen – Mädchen zählt die Polizei nur zum weiteren Kreis der Mitläufer, die 21 Beschuldigten sind allesamt Jungen – vorwirft. Einige Eltern seien überrascht und regelrecht fassungslos gewesen.

Gefährlicher Anführer

Christian Pfeiffer, ehemals Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, lenkt das Augenmerk auf einen anderen Aspekt: „Entscheidend bei so einer Gruppe ist, wer der Anführer ist.“ Gebe es eine charismatische Persönlichkeit in dieser Position, so könne es durchaus passieren, dass diese alle anderen mitzieht. Denn: „Daraus entsteht eine Gruppendynamik. Man gilt als Feigling, wenn man nicht mitmacht.“ Und Pfeiffer berichtet aus seiner Erfahrung, dass eine solche Gruppe in der Regel zerfällt, sobald dieser Anführer aus dem Verkehr gezogen ist.

Genau dies ist der Polizei bei den Durchsuchungen kurz vor Weihnachten gelungen. Ein 15-Jähriger, den die Polizei, neben einem 17-Jährigen, als Rädelsführer identifiziert hat, sitzt seitdem in Untersuchungshaft – ein außergewöhnlicher Vorgang, denn Jugendliche werden im deutschen Strafvollzug möglichst aus der Haft herausgehalten. Schließlich könnten sich dort auch Kontakte ins kriminelle Milieu ergeben.

Aber es gebe eindeutige Haftgründe, bei denen das Alter nachrangig sei, sagt Revierleiter Buchstab. In diesem Fall ist das die Verdunkelungsgefahr, wie es in der Fachsprache heißt: Der 15-jährige Beschuldigte habe versucht, zu seinen Gunsten auf Zeugen einzuwirken, so eine gemeinsame Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei vom März dieses Jahres.

Gerhard Buchstab ist Leiter des Polizeireviers in Stockach.
Gerhard Buchstab ist Leiter des Polizeireviers in Stockach. | Bild: Lukas Reinhardt

Übersetzt bedeutet das wohl: Der Jugendliche hat Zeugen bedroht. Man habe zu einem guten Zeitpunkt zugegriffen, sagt Achim Staudenmaier, stellvertretender Leiter des Stockacher Polizeireviers. Und auch Kriminologe Pfeiffer sagt, die Polizei habe richtig gehandelt: „Das Phänomen kommt so schnell nicht wieder.“ Alle Mitläufer könnten aufatmen, wenn der Rädelsführer weg sei.

Klima der Angst in der Stadt

Die Polizisten bestätigen diese Sicht: Seit der Durchsuchungsaktion kurz vor Weihnachten sei es um die Gruppe ruhig geblieben. Dem pflichtet Frank Dei, der Stockacher Stadtjugendpfleger, bei: Für die betroffenen Jugendlichen, von denen sich auch anonym keiner in der Presse äußern will, sei das ein „Schuss vor den Bug“ gewesen, den es zu dieser Zeit gebraucht habe, um Schlimmeres zu verhindern. Dadurch seien Denkprozesse in Gang gekommen. Auch an der Fasnacht hätten sich die Jugendlichen unauffällig verhalten.

Bis zu der Durchsuchungsaktion kurz vor Weihnachten seien die Straftaten der Gruppe, die unter dem Namen „Die Stockacher“ aufgetreten ist, immer schwerwiegender geworden, sagt Polizeirevierleiter Gerhard Buchstab. Er spricht von einem Klima der Angst, das die Gruppe in der Stadt verbreitet habe. Das habe sich auch im Anzeigeverhalten der Opfer gezeigt, wie Patrick Merkle erklärt.

Hier, am Bolzplatz nahe des Stockacher Stadtgartens, sollen sich die kriminellen Jugendlichen laut Polizei häufiger getroffen haben.
Hier, am Bolzplatz nahe des Stockacher Stadtgartens, sollen sich die kriminellen Jugendlichen laut Polizei häufiger getroffen haben. | Bild: Lukas Reinhardt

 

Viele Straftaten, die heute der Jugendgruppe zugeschrieben werden können, seien erst im Laufe der Zeit ans Licht gekommen. Im Polizeijargon heißt das: das Dunkelfeld aufhellen. Die meisten jugendlichen Opfer hätten sich zunächst nicht getraut, zur Polizei zu gehen, hätten Verletzungen gegenüber ihren Eltern mit erfundenen Geschichten begründet, sagt Merkle.

Die Akten liegen nun bei der Staatsanwaltschaft

Und auch Daniel H., der im Gespräch nicht gerade eingeschüchtert wirkt, wenn er auf die jungen Beschuldigten zu sprechen kommt, legt Wert darauf, dass er in den Medien nicht erkannt wird – deswegen trägt er hier nicht seinen wirklichen Namen. Ein Faktor ist sicherlich, dass sich Opfer und Beschuldigte, die miteinander in einer kleinen Stadt leben, in vielen Fällen kennen. Bei vielen von ihnen vermutet H. Mitläufertum: Er möchte nicht, dass nun permanent Lebenschancen verbaut werden.

Um an Nachweise für Straftaten zu kommen, hätten die Ermittler sehr sensibel vorgehen und Vertrauen zu denjenigen aufbauen müssen, die sie befragen, sagt Merkle. Erst im Laufe der Zeit habe sich dann wieder ein Gefühl der Sicherheit eingestellt.

Die Ermittlungsgruppe gibt es inzwischen nicht mehr, doch man behalte die Jugendlichen weiterhin im Auge, sagt Gerhard Buchstab. Und wirklich abgeschlossen sind die Ermittlungen nach wie vor nicht, weshalb sich die Polizisten nur vorsichtig äußern. Die Akten liegen nun bei der Staatsanwaltschaft, die die Vorwürfe zu bewerten hat. Wann es zu ersten Prozessen kommt, vor welchen Gerichten diese verhandelt werden und ob die Öffentlichkeit zugelassen wird, kann Staatsanwalt Mathy noch nicht sagen.

 

Wo ist Jugendkriminalität ein Problem? Ein Blick in die Region

Konstanz: In Konstanz haben Polizei, Gericht und Gesellschaft bereits Erfahrung mit Jugendgewalt. Im Jahr 2015 trieb eine bis zu 20-köpfige Bande aus Mädchen und Jungen ihr Unwesen. In wechselnder Besetzung ging sie auf Streifzüge und schreckte dabei vor Gewalt nicht zurück. Schwächere zu erpressen, war an der Tagesordnung. Als einer der kriminellen Höhepunkte gilt eine Schlägerei an Fasnacht 2015, als die Zwölf- bis 15-Jährigen auch Polizisten angriffen. Zwei Jugendliche waren Rädelsführer und stachelten die Mitglieder zu Gewalttaten an. Einen jungen Mann hat die Gruppe brutal zusammengeschlagen, weil er sich schützend vor ein Mädchen stellte. Wer als Betroffener oder Zeuge über solche Vorfälle reden wollte, den hat die Bande massiv bedroht. Die Vorwürfe gegen die Mädchen und Jungen lauteten auf Gewalt- und Eigentumsdelikte wie Raub, räuberischer Diebstahl, Körperverletzung, Bedrohung, zudem spielten Drogen eine Rolle. Im Laufe der Ermittlungen hat die Polizei zwei 14-Jährige festgenommen. Wäre das Duo nicht verhaftet worden, wäre Schlimmeres passiert, berichtete ein Polizist damals im vertraulichen Gespräch. Vier der damals Beteiligten kamen in Haft und sind es zum Teil heute noch – auch, weil sie erneut straffällig geworden sind. Speziell geschulte Beamte bei der Polizei kümmern sich um diesen Personenkreis und stehen in Kontakt mit anderen Stellen, damit sich aus den einstigen Mitgliedern nicht wieder eine Gang formiert. (phz)

Rheinfelden: Nach wochenlangen, intensiven Ermittlungen kam die Polizei in Rheinfelden (Landkreis Lörrach) im November vergangenen Jahres zwei Jugendlichen auf die Spur. Nach Überzeugung der Ermittler hatte das Duo im Stadtgebiet zahlreiche Straftaten verübt. Die Liste der Vorwürfe liest sich wie ein Streifzug durch das Strafgesetzbuch: Sachbeschädigungen, Einbrüche, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, versuchter Raub, Körperverletzung, Beleidigung und anderes mehr. Die beiden 14 und 15 Jahre alten Jugendlichen sind sowohl der Polizei, der Justiz als auch beim zuständigen Jugendamt bestens bekannt. Ihnen werden mehr als 30 Straftaten vorgeworfen. Folgende Fälle ragten besonders heraus: Auf einem Spielplatz überfielen sie einen 13-jährigen Jungen und verletzten ihn durch Schläge. Außerdem warfen die mutmaßlichen Täter aus dem dritten Obergeschoss eines Fitnessstudios 1,5 Kilogramm schwere Hanteln auf eine Hauptverkehrsstraße und den angrenzenden Bürgersteig. Es grenzte an ein Wunder, dass niemand zu Schaden kam. Mitte Oktober fahndete die Polizei nach den beiden Beschuldigten und nahm sie vorläufig fest. Ein Gerichtsverfahren steht noch aus. (jsc)

Überlingen: In Überlingen hat die Zahl an Gewalttaten mit jugendlicher Beteiligung in den vergangenen Monaten zugenommen. Zuletzt kam es im Februar zu einer Massenschlägerei unter mehr als 30 Jugendlichen im Bereich des Zentralen Omnibusbahnhofes. Bei einem anschließenden Messerangriff wurde ein 22-Jähriger so schwer verletzt, dass er sich einer Notoperation unterziehen musste. Die Polizei hat drei mutmaßliche Täter im Alter von 18, 19 und 20-Jahren ermittelt. Der 20-Jährige, bei dem die mutmaßliche Tatwaffe gefunden wurde, sitzt in Untersuchungshaft. Zur Klärung des Tatgeschehens und der einzelnen Handlungskomplexe wurde beim Polizeirevier Überlingen eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Zuletzt hat das Jugendschöffengericht Konstanz zudem drei Jugendliche aus Überlingen und Uhldingen-Mühlhofen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die jungen Männer zwischen 16 und 20 Jahren wurden in 17 Fällen wegen schwerer Körperverletzung, Raub und Erpressung schuldig gesprochen. Zwei der Verurteilten müssen nun für drei Jahre sowie zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Die eineinhalbjährige Haftstrafe für den dritten Angeklagten wurde auf Bewährung ausgesetzt. Die Jugendlichen hatten offenbar das Vakuum gefüllt, das nach der Inhaftierung eines 20-jährigen Straftäters im vergangenen Juli entstanden war, der von einem Polizisten vor Gericht als „Herrscher der Nacht“ bezeichnet worden war. (mde)

Villingen-Schwenningen: Auch in Villingen-Schwenningen hat die Polizei Erfahrung mit kriminellen Jugendgangs. Bereits Ende 2017 hat sich nach Angaben des Polizeipräsidiums Tuttlingen eine Gruppe von bis zu 30 Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren gebildet. Die Gang nannte sich „Schwenninger Kanackengang“ und wurde mit verschiedenen Straftaten auffällig, darunter Ladendiebstähle, Sachbeschädigungen, aber auch schwere Raub- und Rohheitsdelikte sind in der Akte der Polizei verzeichnet. Bekannt ist auch, dass Mitläufer der Gang immer wieder unter Androhung von Gewalt genötigt wurden, Ladendiebstähle zu begehen. Schulschwänzen sei der Hauptgrund, weshalb die Jugendlichen in kriminelle Strukturen abrutschen, erklärt die Polizei, die zusammen mit der Staatsanwaltschaft Konstanz und dem Villinger Jugendamt konsequent gegen die Gruppe vorgegangen ist. Unter anderem wurden in sogenannten „Fallkonferenzen“ die Haupttäter zusammen mit ihren Eltern durch die Vertreter des Jugendamtes, den Staatsanwalt und Polizeibeamten mit ihren Taten konfrontiert. Die Jugendgang im Schwarzwald besteht heute nicht mehr. (kbr)