Die Fahrbahnsanierung auf der Autobahn 98, die in den nächsten Tagen beginnt, ist nur eine Vorbereitung für eine grundlegendere Sanierung der Strecke in einigen Jahren. Dies sagt Michael Brosowsky, Projektleiter bei der Neubauleitung Singen des Regierungspräsidiums Freiburg, auf Anfrage. Den Ausschlag dafür, dass die nun geplanten Arbeiten schon jetzt erledigt werden, hätten die Wellen in der Fahrbahn auf einem Teilstück der Strecke zwischen dem Autobahnkreuz Hegau und der Anschlussstelle Stockach-West gegeben, so Brosowsky. Als deren Ursache gibt er den torfigen Untergrund an der Stelle an. "Ohne Tempolimit hätte man den Betrieb dort nicht mehr weiterlaufen lassen können", sagt er. Teilweise hätten schon automatische Bremssysteme an Lastwagen ausgelöst, weil die Fahrzeuge ins Holpern gekommen seien. Eine Gefahr, dass die ganze Fahrbahn auseinanderbrechen oder dass es sonstige schwerer Schäden geben könnte, gebe es aber nicht, so Brosowsky.

Nur eine Fahrspur in jede Richtung

Auf eineinhalb Kilometern Länge werden nun die Wellen in der Fahrbahn in beide Richtungen geglättet. Dafür soll ab Donnerstagabend oder Freitagmorgen der Verkehr zunächst über den Fahrstreifen in Richtung Stockach geleitet werden, später dann über den Fahrstreifen in Richtung Singen. Derzeit laufen die Vorbereitungen dafür, so der Projektleiter. Das heißt auch: Für den Verkehr steht dann in jeder Richtung nur noch eine Fahrspur zur Verfügung, die Geschwindigkeit werde für etwa 1,7 Kilometer auf 80 Kilometer pro Stunde begrenzt. Schwerwiegende Staus erwartet Brosowsky trotzdem nicht. Von der Verkehrsstärke her dürfte es im Alltagsbetrieb nicht zu Behinderungen kommen, sagt er. Nur an den Feiertagen, an denen viele Menschen auf den Straßen unterwegs sind, sei schwer abzuschätzen, wie der Verkehr fließt.

Arbeiten dauern bis Ende Juni

In einigen Jahren soll dann, so die derzeitige Planung der Neubauleitung, die ganze Strecke zwischen Stockach und dem Autobahnkreuz saniert werden. Doch da sich die Wellenbildung kurz vor dem Hegau-Kreuz verschlimmert habe, habe man an dieser Stelle so lange nicht mehr warten wollen, erklärt Brosowsky. In diesem Jahr sollen als weitere Vorbereitung auf die größere Sanierung auch die Kanäle entlang der Strecke von innen saniert werden – dafür würden dann aber nur Tagesbaustellen nötig, so der Projektleiter. Die Kosten für die jetzige Fahrbahndeckensanierung werden in einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Freiburg mit 3,5 Millionen Euro angegeben. Die Arbeiten werden demnach voraussichtlich bis Ende Juni dauern. Nach der Sanierung der Fahrbahn dürfte man an der Strecke für einige Zeit Ruhe vor Bauarbeiten haben. Brosowsky schätzt, dass dann erst nach etwa 15 Jahren wieder Reparaturbedarf besteht.