Max, der Maulwurf kündigt es an. Eines Tages liegt eine Postkarte von ihm im Briefkasten. Er schreibt: „Keine Angst vor unserer Baustelle – Anwohnerinformation zu Bauarbeiten.“ Die kleine, pumpelige Comicfigur der Deutschen Bahn (DB) dient als Figur, der man einfach nicht böse können sein soll.

Ab Samstag, 21. März, bis Donnerstag, 26. März, ist der Schienenverkehr zwischen Radolfzell und Allensbach gesperrt. In diesem Zeitraum entfallen die Zugverbindungen von Seehas und Schwarzwaldbahn. Ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen ist in Zusammenarbeit der DB mit den Schweizer Bundesbahnen (SBB) zwischen Radolfzell und Allensbach beziehungsweise Konstanz eingerichtet.

Zudem pendelt stündlich ein Seehas-Shuttle mit abweichenden Fahrzeiten zwischen Allensbach und Konstanz. Laut Angaben das SBB sind die SEV-Haltestellen und SEV-Busse mit lilafarbenen Hinweisschildern „Ersatz bei Zugausfall“ gekennzeichnet. Zum Einsatz sollen Gelenkbusse kommen. Fahrkarten werden im Bus nicht verkauft; auch Fahrräder werden nicht transportiert. Um diesen Plan zu entwickeln, hat es drei Monate gebraucht.

Der Grund für die Sperrung

Von Mitte März bis Jahresende werden zwischen Markelfingen und Allensbach fünf Bahnübergänge erneuert. Der erste Bauabschnitt startet jetzt im März. Die Deutsche Bahn will fünf Bahnschranken erneuern, bei den es häufig zu Störungen kommt. Dafür müssen neue Kabelkanäle gelegt werden. Von Mitte März bis Mitte Mai sowie von Anfang August bis Mitte September werden Kanäle auf einer Strecke von rund sieben Kilometern ausgetauscht.

„Die Bauarbeiten finden nur tagsüber statt. Lediglich erforderliche begleitende Maßnahmen, welche der technischen Einrichtung/Beendigung der Baustelle dienen, werden nachts durchgeführt“, erklärt eine Pressesprecherin des Unternehmens auf Nachfrage. Gleichzeitig wolle man auch die Bahnübergänge verbreitern, sodass auch zwei größere Fahrzeuge aneinander vorbeikommen.

Im Herbst geht es weiter

Ab September bis Ende Oktober sind Tief- und Straßenbauarbeiten an den Bahnübergängen geplant. In der letzten Bauphase von Mitte Oktober bis Mitte Dezember sollen die Schrankenanlagen ausgetauscht werden.

Verkehrswendebündnis übt harsche Kritik

Für Hendrik Auhagen, vom Verkehrswendebündnis Konstanz und Partei-Mitglied der Kreis-Grünen, war die bisherige Kommunikation der DB bezüglich von Sperrungen und SEV eine Katastrophe. Das Ziel der Intitiative sei es, dass zehn Prozent der Menschen in der Region bis 2025 vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. „Die Menschen verzichten nur aufs Auto, wenn die Alternative gut ist“, sagt Auhagen auf der jüngsten Mitgliederversammlung der Grünen in Stockach.

Deshalb stellte er die Forderungen des Verkehrswendebündnisses Konstanz vor: Ersatzverbindungen sollten Baustellen auf der Schiene umfahren – auch über das Ausland. Eine Zusage für die Strecke von Konstanz nach Schaffhausen über die Schweiz mit deutschen Fahrscheinen gebe es bereits. Wenn eine Busverbindung unumgänglich ist, muss sie komfortabel sein. Es müsse konkrete und verfügbare Ansprechpartner geben. Auhagen: „Die Minimalbeschilderung muss aufhören.“ Und die betroffenen Kommunen müssen beteiligt werden.