Die einen freuen sich über Luftaufnahmen, die atemberaubende Ansichten des Bodensees bei Niedrigwasser zeigen. Die anderen sorgen sich angesichts der anhaltenden Trockenheit und beschwören den Klimawandel. Tatsache ist: Der Wasserspiegel des Bodensees sinkt und sinkt. Und das dürfte nach Einschätzung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) auch in den nächsten Tagen noch so bleiben.

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Die unbestechliche Auswertung statistischer Daten hat derweil am Donnerstag eine kleine Rekordmeldung in Sachen Pegel geliefert. So kam Werner Schulz, Hydrologe in Diensten der LUBW in Karlsruhe, bei der Auswertung der Wasserstände vom Vortag zu folgender Erkenntnis: Nie war der Wasserstand des Untersees in der Beobachtungsperiode seit 1981 an einem 10. Oktober so niedrig wie in diesem Jahr. Bezogen ist die Feststellung auf den Pegel Radolfzell, der am Mittwoch bei 2,54 Meter lag.

Kein Grund zur Panik

Zugleich gibt der Wasserkundler aus Karlsruhe aber Entwarnung. Bezogen auf die Beobachtungsphase 1997 bis 2010 bewegt sich der Unterseepegel immer noch deutlich über dem mittleren Niedrigwasser von 2,48 Metern. Und obwohl auch am Obersee der Wasserstand weiter sinkt (am Donnerstag am Pegel Konstanz auf 2,95 Meter), sind die Werte hier noch lange nicht rekordverdächtig. Im Jahr 2009 zum Beispiel sank der Pegel in Konstanz auf 2,88 Meter, 1986 sogar auf 2,81, wie Werner Schulz erläuterte.

Wasserversorgung sicher

Auch bei der Bodenseewasserversorgung mag man die Lust auf Sensation nicht befriedigen. Nein, der sinkende Wasserstand habe keine Auswirkungen auf die Entnahme des Trinkwassers, teilte Maria Quignon, die Sprecherin des Zweckverbands Bodensee-Wasserversorgung, mit. Die Entnahmestelle befindet sich in 60 Meter Tiefe. Die Förderanlagen sind auch auf niedrigen Wasserstand ausgelegt.

Sonntag endet Schiffssaison

Allzu viele Sorgen um das Niedrigwasser macht man sich in diesen Tagen sicher auch nicht (mehr) bei den Bodensee-Schiffsbetrieben. Denn: Am kommenden Sonntag endet die Saison der Weißen Flotte.