Am 6. September, vier Tage vor dem Beginn des neuen Unterrichtsjahres in Baden-Württemberg, wird Kultusministerin Susanne Eisenmann vor der Landespressekonferenz in Stuttgart zur Lage an den Schulen sprechen. Zur Lage sprechen – das beinhaltet in diesem Falle die Beantwortung der wichtigen Frage, wie es um die Versorgung der Schulen mit Lehrkräften bestellt ist. Wie viele Lehrer fehlen an öffentlichen Schulen im Land? Bevor die Ministerin nicht das Gesamtbild präsentiert hat, dürfen auch nachgeordnete Stellen im Apparat der Kultusbürokratie keine Daten zu regionalen Gegebenheiten weitergeben. Dabei hat sich der Kern der Lage längst herausgeschält.

Bewerber sind willkommen

So ist wohl damit zu rechnen, dass nicht alle Lehrerstellen an den Schulen im Schulamtsbezirk Konstanz-Tuttlingen und im Regierungsbezirk Freiburg besetzt werden können. Grundschulen und Sonderschulen müssen am stärksten um die Lehramtsanwärter kämpfen, wie der Konstanzer Schulamtsleiter Karlheinz Deußen und der Sprecher des Regierungspräsidiums, Markus Adler, gleichermaßen einräumen. Vor allem im ländlichen Bereich ist es offenbar schwer, Stellen an Grundschulen zu besetzen. "Bewerber sind willkommen", sagt Deußen und verweist darauf, dass die Einstellungsfrist noch bis zum 30. September läuft. Da bleibt noch Hoffnung. "Alle Beteiligten sind bemüht, zum Schulbeginn einen sauberen Start zu ermöglichen", bekräftigt Schulamtsleiter Deußen, der den Sonderschulbereich in Sachen Lehrerversorgung als das schwierigste Feld sieht.

Wechselofferte für Gymnasiallehrer

Um beispielsweise die personellen Lücken an Grundschulen zu füllen, bietet das baden-württembergische Kultusministerium Gymnasiallehrern, die ohne Einstellungsperspektive sind, hier eine feste Anstellung an. Im Regierungsbezirk Freiburg werden an 1100 öffentlichen Schulen von 22 700 Lehrkräften 280 000 Schüler unterrichtet. Zum neuen Schuljahr sind nach Angaben des Regierungspräsidiums Freiburg über alle Schularten hinweg 1400 Lehrerstellen zu besetzen. Das sind 300 mehr als im Vorjahr.