Die Digitalisierung von Alltag, Bildung und Arbeitswelt ist auch für die Volkshochschulen ein wichtiges Thema. "Die Volkshochschule muss die Gesellschaft auf die Digitalisierung vorbereiten", so formuliert Michael Lesky, Bildungsmanager des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg, den Anspruch der Weiterbildungseinrichtungen. Dabei wollen die Volkshochschulen im Lande nicht nur Wissen an die Kunden vermitteln. Sie machen auf Initiative des deutschen VHS-Verbands zugleich ausgewählte Ereignisse zum Testfeld für fortschrittliche Informationsvermittlung und für zukunftsweisende Kommunikation. Viermal im laufenden Semester wird eine analoge Veranstaltung, die sich mit Chancen und Risiken der Digitalisierung beschäftigt, über das Internet an rund 40 andere VHS-Standorte in ganz Deutschland übertragen. Dort können Kursteilnehmer – ebenfalls auf elektronischem Weg – Fragen stellen, die dann von der Expertenrunde einbezogen werden. Nach Angaben von VHS-Bildungsmanager Lesky ist es zudem möglich, dass VHS-Kunden zu Hause am eigenen Rechner die Veranstaltung verfolgen und sich mit Fragen oder Kommentaren einschalten.

Am Mittwoch, 25. Oktober, bietet die Volkshochschule in Konstanz im Bodenseeforum (Beginn 18 Uhr) eine Veranstaltung zum Thema Digitalisierung an, die über Internet zeitgleich an VHS-Standorten in elf Bundesländern zu verfolgen sein wird. In der Konstanzer Runde beschäftigen sich Fachleute mit einer besonderen Ausprägung des Fortschritts. Es geht um Fitness-Armbänder oder Smartphone-Apps, die individuelle Daten beim Sport, bei der Ernährung oder auch im Schlaf messen. Wie viele Meter hat der Mensch am Tag zu Fuß zurückgelegt, wie hoch war sein Ruhepuls in der Nacht? Der Mensch bewertet sich und er lässt sich bewerten. Krankenkassen nutzen gerne die Daten und bieten im Gegenzug einen Gesundheitsbonus an. Doch wo liegen die Risiken des Fortschritts? "Zwischen Selbstoptimierung und Überwachung: Wie wollen wir leben?"

Zur Erörterung des Themas bietet die VHS im Bodenseeforum drei Fachleute auf. Dabei ist Petra Grimm. Professorin für Medienforschung und Kommunikationswissenschaft an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählt unter anderem das Thema "Big Data und der Schutz der Privatsphäre." Florian Schumacher ist Self-Tracking-Pionier. Er erforscht die Erfassung und Nutzung persönlicher Daten im Selbstversuch und berät Unternehmen zu digitalen Gesundheitslösungen. Dazu kommt Jürgen Neuschwander, Informatikprofessor an der HTWG Konstanz, der das VHS-Gespräch auch moderiert.

Gespräch zur Digitalisierung:

25. Oktober, Bodenseeforum Konstanz, 18 Uhr. 

Mehr Infos: www.vhs-landkreis-konstanz.de