Einmal im Jahr wird die Druckerei Konstanz zum Treffpunkt für Abgesandte der Narrenvereine im SÜDKURIER-Verbreitungsgebiet. Druckerei-Chef Michael Schäfer lässt es sich nicht nehmen, "im Namen des Oberzunftmeisters Rainer Wiesner", des Medienhaus-Geschäftsführers, die Narrenzeitungsmacher, die ihre Blätter hier drucken lassen, zum Narrenhock einzuladen. So begrüßte Schäfer am Montagabend "Delegationen aus den Kulturhauptstädten Singen, Gottmadingen, Stockach, Engen, Waldshut und Tiengen im Zentrum der Erde: Konstanz." Er dankte den närrischen Auftraggebern für ihre Verbundenheit, "weil wir jede Menge Närrisches außer dem SÜDKURIER drucken durften". In Zahlen: Drei Millionen Seiten in einer Auflage von 120 000 Exemplaren, darunter die 88 Seiten umfassende Narrenzeitung der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee.

Beim Empfang der Narrenzeitungsmacher handle es sich um eine rein karitative Veranstaltung zugunsten der "ausgemergelten, vorübergehend heimatlosen Narren", betonte Michael Schäfer. Mit dem neuen Betreiber der SÜDKURIER-Kantine – der Caritas – sei der ideale Partner gefunden worden, "der große Erfahrungen mit intensiv Pflegebedürftigen" habe. Die Narrenzeitungsredakteure revanchierten sich mit einem Spottpourri, moderiert von Walter Benz. Rainer Hespeler, Präsident der Narrenvereinigung Hegau Bodensee, schüttete – ebenso wie Sigmar Hägele von der Narrenzunft Engen – das Füllhorn des Dankes aus. Er kritisierte jedoch, dass die Premiumzeitung in Männerhand läge, wobei er Parallelen zum Vatikan ausmachte. Ganz auf Augenhöhe zeichneten Jürgen Koterzyna und Siegfried Endres vom Narrengericht Stockach Michael Schäfer und SÜDKURIER-Chefredakteur Stefan Lutz mit Kuony-Kreuz und -Medaille aus, während Stephan Glunk von der Singener Poppele-Zunft, die Surianer aus Tiengen, das NVHB-Quartett sowie Tobias Gräser, stellvertretender SÜDKURIER-Anzeigenleiter, dem Abend mit musikalisch-humoresken Darbietungen eine besondere Note verliehen.