Konstanz (sk) Das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium hat die bisher flächendeckende Stallpflicht für Haus- und Zuchtgeflügel in den als Risikogebiet geltenden Landkreisen Konstanz und Bodenseekreis gelockert. Bis zum 20. April dieses Jahres müssen nun nur noch die Hühner, Enten, Gänse und Puten auf freien Auslauf verzichten, die innerhalb einer 500 Meter breiten Zone entlang des Ufers von Bodensee und Rhein gehalten werden.

Die Vogelgrippe-Situation im Land habe sich zwar entspannt, aber solange der Vogelzug andauere, könne die Stallpflicht nicht vollständig aufgehoben werden, so heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums vom Dienstag. Der Rückflug der Zugvögel in deren Brutgebiete dauere noch bis Mitte April, so hieß es. Wie das Ministerium weiter mitteilte, bleiben unabhängig von der Lockerung der Stallpflicht die sogenannten Biosicherheitsmaßnahmen für die Geflügelbetriebe an Bodensee und Rhein weiterhin in Kraft. Dabei handelt es sich um besondere Hygienemaßnahmen, die verhindern sollen, das Vogelpestviren von außen in die Zuchtbetriebe hineingetragen werden können. Die Stallpflicht war im Kreis Konstanz und im Bodenseekreis im November 2016 angeordnet worden. Zuvor war bei toten Wildvögeln am Bodensee das gefährliche Vogelgrippevirus H5N8 festgestellt worden. Insgesamt wurden bis zum 10. März landesweit 307 tote Wildvögel positiv auf H5N8 gesetzt, die allermeisten davon im Bodenseeraum.