Gesundheitsämter warnen derzeit mit Nachdruck vor Masern. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts wurden in diesem Jahr in Baden-Württemberg bereits 30 Fälle der hoch ansteckenden Infektionskrankheit gemeldet. Im Vergleichszeitraum des Vorjahrs waren es nur zehn Fälle.

Vier Masernerkrankungen sind aus dem Landkreis Konstanz gemeldet worden. Nach Angaben des hiesigen Kreisgesundheitsamts wurde der jüngste der vier Infektionsfälle erst am gestrigen Mittwoch bekannt. Aufgetreten sei die Krankheit bei Kindern in Betreuungseinrichtungen und Schulen im Raum Hegau/Radolfzell. Die vier Infektionsfälle traten innerhalb weniger Wochen auf. Im gesamten Jahr 2018 waren es nach Angaben des Gesundheitsamts zehn Fälle, 2017 blieb der Landkreis Konstanz masernfrei.

Sind die Menschen impfmüde?

"Masern sind keine Kinderkrankheit", warnt das Gesundheitsamt des Landkreises. Erste Folgen der Infektion seien Fieber, Augenbindehautentzündung, Schnupfen und Husten. Der maserntypische Hautausschlag erscheine erst ab dem dritten Tag nach Auftreten erster Symptome. Eine Masernerkrankung könne zudem schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen. Zugleich beklagt die Behörde Impfmüdigkeit. Erst bei einer Durchimpfungsrate von 95 Prozent bei der zweiten Masernimpfung sei davon auszugehen, dass eine "Herdenimmunität" entstehe. Das sei im Landkreis bei einer zweiten Impfrate von 87,6 Prozent nicht gegeben.

Wer in die Schule darf und wer nicht

Wer an Masern erkrankt, darf zum Schutz des Umfelds Schule oder Kita nicht besuchen. Das gilt auch für nahe Kontaktpersonen, die keinen ausreichenden Impfschutz haben, beziehungsweise die Erkrankung nicht bereits durchgemacht haben. In einem der vier bekannt gewordenen Fälle ordnete das Gesundheitsamt zudem an, dass alle Schüler der betroffenen Schule nur dann die Einrichtung weiter besuchen dürfen, wenn sie über entsprechenden Impfschutz verfügen. Wie viele Schüler betroffen waren und um welche Schule es sich handelte, blieb offen.