Die Polizei hat am Sonntagmorgen auf der A 81 vier mutmaßliche Raser gestoppt: Die Vier haben nach Angaben eines Zeugen ein illegales Autorennen veranstaltet. Dies teilte die Polizei am Montagnachmittag in einer Presseerklärung mit.

Der Zeuge beobachtete zwischen dem Autobahnkreuz Hegau und Engen ein Szenario, das für illegale Autorennen recht typisch ist: Unterwegs waren vier Fahrzeuge, wobei die beiden hinteren den Verkehr ausbremsten. Dadurch stauten sich die Vier eine lange Strecke frei – und dann rasten sie in Richtung Stuttgart los. Nach Angaben des Zeugen sollen es vier leistungsstarke Wagen der Marken BMW, Mercedes und VW gewesen sein. 

Ein Banner mit der Aufschrift "Rennen enden im Knast!" wird im Rahmen einer Kampagne gegen illegale Autorennen auf der A81 bei Geisingen präsentiert.
Ein Banner mit der Aufschrift "Rennen enden im Knast!" wird im Rahmen einer Kampagne gegen illegale Autorennen auf der A81 bei Geisingen präsentiert. | Bild: Steffen Schmidt (dpa)

Polizisten stoppen die Raser bei Balingen

Eine Streife der Autobahnpolizei konnte die vier Wagen an der Rastanlage Neckarburg-Ost, etwa auf Höhe Balingen, stoppen und überprüfen. Es handele sich um vier Männer im Alter von 19 bis 25 Jahren, allesamt aus dem Kanton Zürich, so die Polizei. Laut einer Statistik der Bußgeldstelle Karlsruhe sind zehn Prozent der Teilnehmer an verbotenen Autorennen auf der A 81 Schweizer Staatsbürger. 

Darauf, dass die Vier bei ihrem Rennen andere gefährdet haben, gibt es derzeit keine Hinweise: "Es ist keine Gefährdung bekannt", sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Tuttlingen.

Lief das Rennen auch im Tempo-130-Bereich?

Über wie viele Kilometer das Rennen anhielt, war noch unklar. Laut einer Polizeisprecherin musste der Streifenwagen der Autobahnpolizei keine Verfolgungsjagd starten, sondern die vier Fahrer folgten sogleich der Aufforderung, sich kontrollieren zu lassen. Somit ist nach derzeitigem Stand der Ermittlungen auch noch unklar, ob das Rennen in dem Tempo-130-Bereich zwischen Engen und Geisingen noch lief.

Wegen der Häufung von Autorennen war dort im März dieses Jahres das Tempolimit eingeführt worden. Nicht zuletzt Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hatte sich dafür stark gemacht.

Die Ermittlungen haben begonnen

Gegen das Fahrerquartett von Sonntag gibt es nun ein Ermittlungsverfahren wegen der Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen. Jeder der Vier musste vor Ort eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1500 Euro hinterlegen – ein Vorgehen, das in der Praxis in der Regel de facto wie eine vorweggenommene Geldauflage wirkt, da es oft nicht mehr zu einem Gerichtsverfahren gegen Schweizer Staatsbürger kommt, diese dann aber auch die Sicherheitsleistung nicht zurückbekommen. Die Höhe dieser Kaution sprechen Polizei und Staatsanwaltschaft im jeweiligen Fall ab. 

Im aktuellen Fall hat die deutsche Polizei ihre Schweizer Kollegen über das Geschehen informiert. Somit könnte den mutmaßlichen Rasern auch in ihrem Heimatland eine Strafe drohen. 

Auch im August gab es Rennen

Auf der A 81 und in ihrer Umgebung auf Teilen von A98, B31 und B33 kommt es oft zu solchen illegalen Rennen. Innerhalb der vergangenen vier Jahre haben die Behörden mehr als 50 davon verzeichnet. Verlässliche Zahlen gibt es nicht: Oft melden Zeugen verbotene Rennen, wenn die Polizei auf der Autobahnstrecke vor Ort ist, haben sich etwaige Rennen aber oft wieder aufgelöst.

Zuletzt gab es zwei Fälle im August. In dem einen Fall meldeten zwei Zeugen unabhängig voneinander ein verbotenes Rennen zwischen Singen und Gottmadingen; rund 24 Stunden später berichtete ein Autofahrer von einem Rennen zwischen Hohentwieltunnel und Anschlussstelle Singen, das er beobachtet haben wollte.